Sie haben genug: Irakische Flüchtlinge verlassen Deutschland

Falsche Vorstellungen und Heimweh treiben irakische Flüchtlinge aus Deutschland zurück in ihre Heimat. Und das trotz der derzeit unsicheren Lage.

Irakische Flüchtlinge verlassen Deutschland

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Bei irakischen Flüchtlingen in Deutschland macht sich Ernüchterung breit. Trotz aller Gefahren treten sie Ihre Rückreise an. Allein Alaa Hadrous, Inhaber eines Reisebüros in Berlin hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 irakischen Flüchtlingen ein Flugticket verkauft. Seit vier Monaten bietet er Tickets für den Mittwochsflug nach Erbil und Bagdad an. Zu ihm kämen täglich 10 bis 15 Flüchtlinge. «Die hatten sich das Ganze komplett anders vorgestellt», sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Thamer Talip floh vor sechs Monaten zu Fuss und per Schlauchboot aus dem Irak nach Deutschland. Am Mittwoch ist er zurückgefolgen. «Wollen Sie wiederkommen nach Deutschland», fragt ihn ein Polizist am Berliner Flughafen Tegel auf Englisch. «Nein», lautet die klare Antwort.

Mit ein paar Freunden stand der junge Mann am Check-in für die Maschine, die am Nachmittag nach Erbil startet und dann weiter nach Bagdad fliegt. Fast nur Männer warteten am Mittwochnachmittag, darunter Dutzende irakische Flüchtlinge. Sie kaufen sich auf den letzten Drücker ihre Tickets für die Rückkehr in die Heimat: Kostenpunkt 295 Euro.

Thamer Talip hatte sein Ticket im Voraus besorgt. Eigentlich hätte er mit seiner Aufenthaltsgenehmigung mindestens ein weiteres halbes Jahr in Deutschland bleiben können. Aber er hatte genug: «Die Behandlung hier ist sehr schlecht», sagte er. Ausserdem habe er gehofft, dass er seine Frau und seinen kranken Vater nachholen kann, das sei aber nicht möglich.

Immer mehr Iraker lassen sich zudem Reisepapiere ausstellen. Im Herbst verzeichneten die irakischen Vertretungen in Deutschland einen sprunghaften Anstieg: Hatten sie von Januar bis Oktober insgesamt nur rund 150 solcher Dokumente ausgehändigt, waren es allein im letzten Quartal 1250. Das Auswärtige Amt bestätigte entsprechende Medienberichte. (nbb)

Publiziert am 15.01.2016 | Aktualisiert am 25.03.2016
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4 Kommentare
  • Bernd  Herzog 16.01.2016
    Hier kann man nur hoffen, das die Heimkehrer dieses im Irak auch verbreiten und ihren Landsleuten sage wie es wirklich ist als Flüchtling zu sein. Nix mit Wohnung, Geld, Arbeit und schneller Nachzug der restlichen Familienmitglieder. Ist halt doch nicht das Land wo Honig und Milch fliesen.
  • Steinle  Jeannette 15.01.2016
    Ist zwar nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber immerhin ein Anfang. Hoffentlich finden sich x-tausend Nachahmer.
  • Markus  Thalmann aus Luzern
    15.01.2016
    Wenn es 40000 wären, dann würde der Titel stimmen, aber wegen 400 ? Dass in der gleichen Zeit 1000 neue hinzukommen, wird auch nicht erwähnt. Also immer noch ein Minussaldo.
  • Peter  Nägeli , via Facebook 15.01.2016
    Scheint also doch bei einigen nicht die "Gefahr für Leib und Leben" gewesen zu sein die sie auf die Fluchtroute trieb... aber damit konnte man ja wesentlich besser argumentieren!
    Viel ruhiger ist es da unten ja nicht geworden in den letzten Monaten...