Ein Velofahrer findet gestern kurz vor 16 Uhr auf einem Waldparkplatz eine schreckliche Szene vor: In einem Auto unweit der Schweizer Grenze bei Annecy liegen drei Leichen! Neben dem Auto liegt ein erschossener Velofahrer und ein schwer verletztes Mädchen (8).

Jetzt geben die Ermittler bekannt: Es gibt eine weitere Überlebende. Ein Mädchen (4) ist unter den Leichen im Auto begraben und hat sich die ganze Zeit über nicht bewegt – während acht Stunden! Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt.

Vater stammte aus dem Irak

Bei dreien der Opfer handelte es sich um Vater, Mutter und Grossmutter einer britischen Familie. Der Vater (50) stammt offenbar ursprünglich aus dem Irak und war Geschäftsmann. Die Familie lebt in Claygate im Süden Londons. Britische Medien geben den Namen des getöteten Vaters mit «Saad al Hilli» an.

Der vierte Tote ist offenbar ein Velofahrer aus einer Nachbargemeinde. Musste er sterben, weil er zufälligerweise Zeuge der Bluttat wurde?

Alle Todesopfer wiesen Schussverletzungen auf. Das ältere Mädchen hat schwere Kopfverletzungen und wurde auch angeschossen. Es wurde offenbar brutal verprügelt und mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen. Es soll einen Schädelbruch haben.

Laut Polizei lag der Familienvater auf dem Fahrersitz des BMW, auf dem Rücksitz fanden die Ermittler zwei Frauenleichen. Als Pariser Experten der Gerichtsmedizin die Opfer in der Nacht untersuchen wollten, entdeckten sie die Vierjährige.

Sie hörte Lärm und Schreie

Laut einem Ermittler war die Kleine fast acht Stunden «unter den Beinen ihrer Mutter verborgen». In der gesamten Zeit habe sie sich nicht bewegt. «Sie sprach Englisch, erzählte uns, dass sie Lärm und Schreie gehört hat. Mehr kann sie nicht sagen, sie ist ja gerade mal vier Jahre alt», berichtete Staatsanwalt Eric Maillaud.

Die mutmassliche Schwester der Kleinen lag schwerstverletzt neben dem Wagen der Familie. Sie wurde ins Spital gebracht, wo sich ihr Zustand in der Nacht deutlich verbesserte. Nach Angaben des Leiters der Ermittlungen, Benoît Vinnemann, gehen die Ärzte davon aus, dass sie in einigen Tagen wieder ansprechbar sein wird.

Medienkonferenz am Nachmittag

Der Fahrer und gleichzeitige Besitzer des Wagens hatte laut Staatsanwalt Maillaud die Daten seines Ausweises auf einem Campingplatz hinterlegt. Unklar blieben zunächst die Hintergründe der Tat. Die Polizei riegelte die Strasse zum Tatort ab und begann mit der Befragung möglicher Zeugen.

Am Boden um den BMW lagen zahlreiche Patronenhülsen. Sie heizen Spekulationen an, die Familie könnte Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden sein, in den der Radfahrer zufällig hineingeraten war.  (SDA/num)

Beliebteste Kommentare

  • Rino  Seidel , Waldkirch , via Facebook
    Teilweise muss ich Beyeler Recht geben. Doch leider hat das CH GWK einfach zu wenig Leute um überall zu sein. Das weiss eben nicht nur ich und ist daher nicht verwunderlich, dass sich im grenznahen Raum extrem viele Überfälle ereignen. Nur so als kleines Beispiel. Vom Bieler- oder Neuenburgersee ist es möglich in knapp 30 Minuten auf der andern Seite der Grenze zu sein, ohne irgendwie behelligt zu werden. Da sind Ortschaften wo Zoll oder Polizei vielleicht 1 x im Jahr vorbeifährt. Schlicht nicht möglich mit diesen Personalbeständen. Der Gaunerseite ist das bestens bekannt.
    • 06.09.2012
    • 61
    • 6
  • jürg  frey , teufen
    Frankreich ist eben auch nicht mehr sicher! Beileid für die unschuldigen Opfer.

Alle Kommentare (5)

  • Rino  Seidel , Waldkirch , via Facebook
    Teilweise muss ich Beyeler Recht geben. Doch leider hat das CH GWK einfach zu wenig Leute um überall zu sein. Das weiss eben nicht nur ich und ist daher nicht verwunderlich, dass sich im grenznahen Raum extrem viele Überfälle ereignen. Nur so als kleines Beispiel. Vom Bieler- oder Neuenburgersee ist es möglich in knapp 30 Minuten auf der andern Seite der Grenze zu sein, ohne irgendwie behelligt zu werden. Da sind Ortschaften wo Zoll oder Polizei vielleicht 1 x im Jahr vorbeifährt. Schlicht nicht möglich mit diesen Personalbeständen. Der Gaunerseite ist das bestens bekannt.
    • 06.09.2012
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  • jürg  frey , teufen
    Frankreich ist eben auch nicht mehr sicher! Beileid für die unschuldigen Opfer.
  • Saier  Ray , München
    Herr Beyeler....lassen sie bitte Ihre rassistischen Bemerkungen und verbunkern sie sich am Besten in ihrem Atom sicheren Keller!!

    und für so einen Krampf bekommt dieser Herr noch viele "Daumen hoch"...unglaublich

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