Sharbat Gula Pakistan will afghanische «Mona Lisa» abschieben

PESHAWAR (PAK) - Auf dem Titel des Magazins «National Geographic» wurde das «Mädchen mit den grünen Augen» weltberühmt. Wegen falscher Ausweispapiere wurde die heute 45-Jähirge in Pakistan festgenommen und soll nun in ihre Heimat abgeschoben werden.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ihr droht lebenslange Haft 17-Jährige vergewaltigt jungen Mann
2 Papa hat sich vertwittert Trump lobt die falsche Ivanka
3 Wegen Brexit UBS könnte 1000 Jobs aus London abziehen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Die durch ein Titelbild des Magazins «National Geographic» weltberühmt gewordene Afghanin Sharbat Gula soll am Montag von Pakistan in ihre Heimat abgeschoben werden.

Die heute 45-jährige Frau und Mutter von vier Kindern sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, dass die Entscheidung der pakistanischen Justiz ihr das Herz breche.

Gula, die wegen falscher Ausweispapiere festgenommen worden war, wird in einem Spital in Peshawar wegen Hepatitis C behandelt. Sie sagte, eine ihrer Töchter und ihr Mann seien an dieser Krankheit gestorben.

Gula wurde nach einem Geständnis am Freitag zu 15 Tagen Haft verurteilt, von denen elf bereits abgesessen waren. «Wir werden sie in einer würdigen Weise am Montag nach Afghanistan bringen", sagte Abdul Hameed Jalili, ein Flüchtlingsberater am afghanischen Konsulat in Peshawar.

Die damals Zwölfjährige wurde durch den «National Geographic» als «Mädchen mit den grünen Augen» bekannt. Ihr Bild stand für die Not afghanischer Flüchtlinge, die in Pakistan eine freundliche Aufnahme fanden.

Amnesty kritisiert Abschiebung

Die Abschiebung Gulas nach Afghanistan werde ein Sinnbild für die «grausame Behandlung afghanischer Flüchtlinge» im heutigen Pakistan werden, sagte die Südasien-Direktorin von Amnesty International, Champa Patel.

Die pakistanischen Behörden beschuldigen Gula, unter einem falschen Namen illegal pakistanische Ausweispapiere erworben zu haben. Sie war 1984 während der sowjetischen Besetzung Afghanistans von dem Fotografen Steve McCurry in einem Flüchtlingslager in Pakistan fotografiert worden. Die Aufnahme der damals Zwölfjährigen, die mit ihren grünen Augen direkt in die Kamera schaut, wurde weltberühmt.

Nach 17-jähriger Suche fand McCurry die inzwischen erwachsene Frau in einem abgelegenen afghanischen Dorf wieder, wo sie mit einem Bäcker verheiratet war und drei Kinder hatte. Später kehrte sie wieder nach Pakistan zurück, wo sie nach Angaben der pakistanischen Behörden im April 2014 in Peshawar einen pakistanischen Personalausweis auf den Namen Sharbat Bibi beantragte.

Insgesamt sind nach Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) 1,4 Millionen afghanische Flüchtlinge in Pakistan registriert. Hinzu kommen schätzungsweise eine Million nicht registrierter Flüchtlinge.

Die Regierung in Islamabad versucht seit Jahren den Druck auf die Flüchtlinge zu erhöhen, in ihre Heimat zurückzukehren. In diesem Jahr sind nach UNHCR-Angaben mehr als 350'000 Afghanen in ihre Heimat zurückgekehrt, bis zum Jahresende dürften nach Schätzungen des Organisation 450'000 weitere Flüchtlinge heimkehren. (SDA)

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 05.11.2016
teilen
teilen
2 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 05.11.2016
    "Die Umgebung formt den Menschen"!Jeder kennt den Spruch und bei dem Ein oder Anderen trifft er mit Sicherheit auch zu auch bei dieser Frau.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    05.11.2016
    Amnesty wird langsam suspekt. Bei all diesen Kriegen und Gräueln auf der Welt schiesst sie schon mal gegen die Schweiz. Und jetzt verurteilt sie die Ausweisung einer Frau mit gefälschten Papieren, nur weil sie grüne Augen hat.