Seebeben vor Rhodos – 1 Tote

  • Publiziert: 15.07.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

ATHEN – Ein starkes Seebeben hat heute Morgen das östliche Mittelmeer erschüttert. Die Panik auf der griechischen Insel Rhodos war gefährlicher als das Beben selbst.

Tausende Touristen und Einwohner liefen nach Berichten lokaler Medien auf die Strassen. Dabei starb eine Frau. Die 56-Jährige sei in ihrem Haus im Dorf Archangelos die Treppen heruntergestürzt. Dabei hielt sie ihre zweijährige Enkelin in den Armen. Das Mädchen sei aber unverletzt geblieben.

Das Beben der Stärke 6,3 ereignete sich am Morgen um 6.26 Uhr (5.26 Uhr MESZ). Sein Epizentrum lag etwa 450 Kilometer südöstlich von Athen vor der Südküste von Rhodos. Die Erschütterungen waren auch entlang der türkischen Ägäisküste, auf der Insel Kreta, auf Zypern und auf dem griechischen Festland zu spüren. Eine Flutwelle wurde nicht registriert.

Schnell zurück zum Alltag

Die Behörden gaben schnell nach dem Erdstoss Entwarnung. «Ich glaube nicht, dass es noch Nachbeben geben wird», sagte der Vize-Bürgermeister der Stadt Rhodos, Yiannis Yiannakidis. «Die Menschen gehen schon wieder normal zur Arbeit.»

«Die Panik ist in diesen Fällen gefährlicher als das Beben selbst», sagte ein Seismologe im Radio. Viele Feriengäste waren geschockt. «Alles wackelte, die Erde, die Wände, die Kronleuchter, alles. Ich stürzte raus, aber das Schlimmste war, dass man dabei das Gefühl hat, man kann dem Beben nicht entfliehen», sagte eine sichtlich verstörte Touristin im griechischen Fernsehen.

Andere Urlauber glaubten, das Hotel stürze ein. «Wir blieben wie gelähmt stehen und hofften, das Desaster zu überleben. Jetzt geht es uns besser», sagte ein Mann aus Finnland. Um die Mittagszeit herrschte wieder Normalität auf Rhodos. Viele Menschen gingen zu den Stränden, wie das Fernsehen zeigte. (SDA)

Es bebt immer wieder

Unter dem Meeresboden südlich der Ägäis verläuft ein tiefer Graben. Dort stossen die afrikanische und die europäische Platte aufeinander. Dabei entstehen jährlich hunderte Erdbeben. Es war das dritte starke Beben, das seit Juni Teile Griechenlands erschütterte.

Am 8. und 12. Juni hatte es zwei Erdbeben der Stärke 6,5 und 5,5 auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Kreta gegeben. Auf dem Peloponnes kamen zwei Menschen ums Leben. 216 Menschen wurden verletzt. Mehr als 1800 Häuser wurden schwer beschädigt.

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