Schweizerin (49) in Spanien verhaftet Mutter hielt ihre Kinder (17 und 15) gefangen

CATRAS (ESP) - Die spanische Polizei hat bei Alicante zwei Jugendliche (17 und 15) befreit, die von ihrer Schweizer Mutter (49) sieben Jahre eingesperrt worden waren.

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Keine Schule, kein Arzt, kein Internet: In Spanien wurde eine Schweizerin (49) spanischer Herkunft verhaftet, die ihre beiden Kinder komplett von der Aussenwelt isoliert haben soll.

Die beiden Geschwister, ein 17-jähriges Mädchen und ein 15-Jähriger Bub, wurden von der Mutter offenbar seit ihrer Auswanderung nach Spanien vor sieben Jahren im eigenen Haus gefangenen gehalten, wie die spanische Zeitung «El Mundo» berichtet.

Weder Telefon noch Internet

Gegenüber den spanischen Ermittlern sagten die Kinder, sie hätten weder Telefon noch Internet benützen dürfen. Eine Schule hätten sie nie besucht. Und auch Arzttermine wurden ihnen grösstenteils verweigert.

Einzig den Hund auszuführen und kurze Einkäufe im Supermarkt waren demnach erlaubt. 

Laut der Polizei ging die Isolation so weit, dass die Kinder trotz ihres längeren Aufenthalts in Spanien die Landessprache nicht beherrschten. 

Neben der Mutter wurden gemäss dem Medienbericht auch ihr Lebenspartner und angeblicher Mitwisser, ein 30-Jähriger Schweizer, festgenommen. Der Mutter wird unter anderem häusliche Gewalt vorgeworfen, dem Partner Verschleierung eines Verbrechens. 

Auf die Schliche der Mutter kamen die Behörden, weil es dem Mädchen trotzdem gelang, ihre Situation in einer E-Mail einer Hilfsorganisation für Kinder und Jugendliche zu schildern.

Mutter hatte Kinder mit dem Tod gedroht

Gegenüber der Polizei sagte das Mädchen aus, sie habe so lange gezögert, Hilfe anzufordern, weil ihre Mutter sie von frühester Kindheit an mit dem Tode bedroht hatte, sollte sie irgendjemanden informieren.  

Als die Polizei die beiden Kinder in Catral (Alicante) ausfindig machen konnte, gab sich die Mutter zunächst unwissend. Sie verneinte, dass sie irgendjemanden gefangen hielt und stritt sogar ab, dass Kinder im Haus seien. 

Dem Mädchen gelang es dann glücklicherweise aber, die Einsatzkräfte auf sich aufmerksam zum machen.

Die Geschwister wurden nach ihrer Befreiung zunächst in einem Zentrum für Minderjährige in Alicante untergebracht. Nach Angaben der Guradia Civil holte der leibliche Vater das Mädchen, das vor allem vom Missbrauch der Mutter betroffen war, mittlerweile zurück in die Schweiz. Der Knabe sei wieder in der Obhut der Mutter.

Nach Angaben des Aussendepartements (EDA) in Bern sind die Mutter und ihr Partner unterdessen wieder auf freiem Fuss. (SDA/bau/stj)

Publiziert am 29.10.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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