Schweizer Somalier schockiert 26 Tote bei Terroranschlag in Somalia

In Mogadischu starben bei einem Terroranschlag mindestens 26 Menschen. Wenige Tage zuvor waren Somalier aus der Schweiz in der Hauptstadt. Sie zeigten sich schockiert.

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Bei einem Anschlag im Regierungsviertel der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Dienstag laut Polizei mindestens 26 Menschen getötet worden. Der Anschlag ereignete sich in einem bekannten Hotel, das als sicher galt. Die radikalislamische Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.

Zum Zeitpunkt des Anschlags fand in Mogadischu eine Sicherheitskonferenz statt. Wie Nachrichtenagenturen berichten, wurden weitere 50 Menschen verletzt. Darunter auch Vertreter der somalischen Regierung und des Parlaments.

Schweizer Somalier schockiert

Gut eine Woche vor dem Anschlag waren auch Somalier aus der Schweiz in Mogadischu unterwegs. Die weltweite somalische Diaspora-Organisation lud nach dem Bürgerkrieg 1991 erstmals alle Diaspora-Somalier nach Mogadischu ein. So auch Vertreter der Somalier in der Schweiz.

26 Tote bei Terroranschlag in Somalia: Schweizer Somalier entsetzt play
Der Zürcher Bashir Gobdon (rechts) hoffte auf Frieden für sein Land. ZVG

Der Zürcher Bashir Gobdon ist somalisch-schweizerischer Doppelbürger und zeigte sich schockiert über die jüngste Gewalttat. «Wir waren vor wenigen Tagen in der Stadt und haben unweit vom Anschlagsort Kaffee getrunken», sagt Gobdon. Nach der Diaspora-Konferenz hatten viele Somalier die Hoffnung, dass es mit dem Land nun vorwärts gehe. Wichtiges Thema der Konferenz etwa der Frieden im Lande.

Fundamentalisten bekannten sich zur Tat

Die sunnitischen Fundamentalisten der Al-Shabaab bekannten sich in einer Radiobotschaft zu dem Anschlag. Zur Begründung hiess es, das Hotel sei attackiert worden, weil es in der Nähe des Präsidentenpalasts liege und «Ungläubige» beherberge.

Al-Shabaab-Kämpfer griffen das Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes zunächst mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen an. Die Sicherheitskräfte versuchten, den Lastwagen mit Gewehrfeuer zu stoppen. «Aber der Fahrer rammte durch mehrere Checkpoints und zündete den Sprengsatz vor dem Hotel», sagte ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden.

Regierungsmitglieder verletzt

Das staatliche Radio Mogadischu berichtete, dass auch der stellvertretende Verteidigungsminister Mohamed Ali Hagaa, zwei weitere Kabinettsmitglieder und Abgeordnete bei dem Anschlag leicht verletzt worden seien. Dem somalischen Journalistenverband (Nusoj) zufolge wurden auch 15 Journalisten leicht verletzt, die sich wegen einer Veranstaltung in dem Hotel aufgehalten hatten.

Ein Polizeibeamter sagte, weite Teile des Hotels seien von der Wucht der Explosion zerstört worden. Das Hotel galt nach früheren Angriffen eigentlich als sehr gut gesichert.

Die Al-Shabaab hatte das Hotel bereits im Februar angegriffen; damals kamen über 20 Menschen ums Leben. Bei einem Angriff auf das Hotel im vergangenen Jahr, unmittelbar vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, waren 15 Somalier ums Leben gekommen.

Die Terrormiliz verübt immer wieder Anschläge auf Hotels und Regierungseinrichtungen in Mogadischu. Die radikalen Islamisten kämpfen um die Vorherrschaft in dem armen Land am Horn von Afrika. Sie wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten. (SDA)

Publiziert am 30.08.2016 | Aktualisiert am 31.08.2016
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