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Ja, was denn nun? Sowohl von libyscher Seite wie auch aus dem Bundesrat ist seit Monaten zu hören: Das Festhalten der beiden Schweizer seit über einem Jahr in Libyen habe einen konkreten Grund: Rachid Hamdani (68) und Max Göldi (54) hätten Visumsbestimmungen verletzt.
Offen war nur, wie schwer dieses Vergehen gewesen sein sollte. Und gemäss dem Vertrag mit Libyen, den Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in Tripolis unterschrieb, sollen sämtliche Visa-Fragen zwischen den beiden Ländern innerhalb von 60 Tagen geregelt sein. Also bis Ende Oktober.
Er benutzte den tunesischen Pass
Jetzt gibts vollkommen andere Informationen. Demnach hätte Hamdani gar kein Visum gebraucht! Das berichtet «24 heures». Hamdani ist schweizerisch-tunesischer Doppelbürger. Als Hamdani am 18. Juli letztes Jahr nach Libyen einreiste, habe er seinen tunesischen Pass benutzt. Das habe das Aussenministerium (EDA) von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey bestätigt. Daher habe er gar kein Visum gebraucht! Nicht Hamdani habe Visumsvorschriften verletzt, sondern Libyen. Nämlich indem das Land Hamdanis tunesischen Pass beschlagnahmt habe.
Die Bestätigung aus dem EDA kommt überraschend. Denn noch Anfang Monat hatte der libysche Vize-Aussenminister Khaled Kaim unterstrichen, es handle sich um besagte Visumsvergehen.
Übt Libyen einfach nur Rache?
Mit seinem tunesischen Pass hätte Handani ohne Weiteres ausreisen dürfen, schreibt «24 heures» weiter. Warum hat er das nicht gemacht? Offenbar wollte er das nicht. Erinnern wir uns: Erst kürzlich wurde bekannt, dass Hamdani überhaupt nicht als Geisel bezeichnet werden kann. Er hat enge Beziehungen zum libyschen Premier El Baghdadi A. Mahmudi. Und konnte angeblich sogar in Tunesien Ferien machen.
Die Verwirrung wird also immer grösser. Beobachter erklären all diese Ungereimtheiten so: Die Genfer Behörden haben die Gaddafi-Familie mit der Verhaftung von Hannibal Gaddafi zutiefst beleidigt. Jetzt übt Libyen Rache. Da ist jedes Mittel recht. Was der Schweiz offiziell erzählt wird, dient offenbar nur dazu,
die Schweiz hinzuhalten und vorzuführen.
Wann die Affäre geklärt ist, ist weiterhin vollkommen offen. Alles hängt von den Launen von Diktator Muammar al-Gaddafi ab.
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Die Schweizer Botschaft in Tripolis.