Schweizer des Jahres über Hurrikan «Matthew» in Haiti «Improvisation bleibt unsere Stärke»

Rolf Maibach, Schweizer des Jahres 2011, ist als Entwicklungshelfer und Arzt in Haiti tätig. In einem Blog beschreibt er die Situation des Inselstaates nach dem Wirbelsturm «Matthew».

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Ausgerechnet Haiti. Sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben 2010 wird der verarmte Karibikstaat erneut von einer humanitären Katastrophe heimgesucht. 

Zerstörte Häuser, Trümmer in den Strassen, umgestürzte Bäume und Menschen, die ihre letzten Habseligkeiten in Sicherheit bringen – die Zerstörungen durch Hurrikan «Matthew» lassen sich auf den Fotos nur erahnen. 

«Keine Schäden am Spital»

Einer der den Inselstaat immer wieder besucht, ist der Schweizer des Jahres 2011, Rolf Maibach. Er arbeitet dort als Kinderarzt und Entwicklungshelfer am «Hôpital Albert Schweitzer» (HAS), welches sich in Deschapelles in Zentralhaiti befindet.

Telefonisch war Maibach heute für BLICK nicht zu erreichen. In einem Blog auf der Internetseite seines Vereins beschreibt er aber die kritische Lage, nachdem der Wirbelsturm Haiti mit voller Wucht getroffen hat.

«Dank dem Schutz der Berge im Südosten und guter Vorbereitung des HAS-Teams kam es zu keinen Schäden am Spital», beschreibt der Kinderarzt den Zustand seines Arbeitsplatzes. Er erklärt in seinem Post weiter, dass jetzt vor allem eine Zunahme der Cholera zu befürchten sei.

Trotzdem sei das «Hôpital Albert Schweitzer» für die kommende Zeit gut gerüstet: «Das HAS und sein Team sind bereit, verletzte und kranke Menschen aus dem ganzen Land aufzunehmen. Improvisation, auch in aussergewöhnlichen Situationen, bleibt unsere Stärke!».

Bereits Hunderte Tote

Laut Uno ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer vom Wirbelsturm betroffen, einige Regionen sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Bis jetzt sind in Haiti möglicherweise schon mehr als 800 Tote zu beklagen. Mindestens vier Menschen kamen in der benachbarten Dominikanischen Republik. 

Zwei Millionen Franken für Haiti

Die Schweiz hilft den Opfern des Hurrikans «Matthew» mit Geld und Experten. Fürs erste stünden zwei Millionen Franken bereit, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag mit. Zudem sei ein Team des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) am frühen Morgen nach Haiti abgereist.

Das Team setzt sich gemäss EDA aus Experten für Notunterkünfte, Wasser und Abwasserreinigung, Logistik und Sicherheit zusammen. Sie werden von einem Vertreter des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) begleitet. Zudem ist ein anderer Experte in der Dominikanischen Republik eingetroffen, der sich um den Einkauf von Notfallgütern kümmert, an denen es in Haiti mangelt. (gr/vac/SDA)

Spenden nimmt das SRK  auf dem Postkonto 30-9700-0 entgegen, Vermerk «Hurrikan Haiti», IBAN CH97 0900 0000 3000 9700 0, Schweizerisches Rotes Kreuz, 3001 Bern.

Auch Rolf Maibachs «Schweizer Partnerschaft Hôpital Albert Schweitzer, Haiti» nimmt Spenden entgegen – diese kommen dem Hôpital zugute: Postkonto 90-180966-3, IBAN CH09 0900 0000 9018 0966 3 oder Bankkonto GKB 7002 Chur, IBAN CH17 0077 4110 3936 0660 0.

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 07.10.2016
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4 Kommentare
  • Annemarie   Setz 08.10.2016
    Das ist das was hilft. Menschen die sich vor Ort und engagiert für andere Menschen einsetzen. Ich zolle diesen Menschen grosse Bewunderung und hoffe, dass die Spenden der Glückskette das gebeutelte Land in grosser Höhe erreichen. Hier gibt es Leute, die das Geld nicht verschwinden lassen wie an gewissen anderen Orten, sondern Nothilfe leisten. Haiti ist schon mehrfach betroffen worden und braucht dringend Hilfe.
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    08.10.2016
    Spendengelder, ich spende dem Arzt Maibach, da denke ich geht das Geld direkt hin. Rotes Kreuz, Glückskette, da hat man immer das Gefühl, das halbe Geld geht schon für deren Unkosten drauf, wie Flüge, Administration usw. Wohin sind die Millionen wo beim Erdbeben im 2010 gespendet wurden? Auf den Bilder sieht man immer noch dieselben Holzbaracken, klar halten die nicht bei so einem Sturm. Korruption, falsche Planung, da versickerte viel Geld, jetzt wundert man sich, dass weniger Gespendet wird?
  • Michael  Fischbacher , via Facebook 08.10.2016
    Wie sieht eigentlich die Situation in der Dominikanischen Republik (gleiche Insel!) aus!? Davon hört man absolut nichts...?
  • Hans  Scheidegger 07.10.2016
    Rolf Maibach und sein Team verdienen meinen gossen Respekt. Meine Achtung für ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für die arg gebeutelte Bevölkerung Haitis. Wie er selbst einmal sagte, begleitet ihn immer der Grundsatz von Albert Schweitzer: "Du kannst nicht die ganze Welt verändern, aber du kannst einem einzelnen Menschen Hoffnung geben." Das ist für mich konkrete, wirksame und zielgerichtete Hilfe und Unterstützung vor Ort.