Schweinegrippe abgebremst – zu früh für Entwarnung

MEXIKO-STADT – Die Schweinegrippe breitet sich weltweit weiter aus – bis heute auf 19 Länder. Die Zahl der Infektionen stieg aber nur noch langsam auf gut 800 Fälle an. Der Aarauer Stadtrat Ganz ist derweil von der Quarantäne befreit worden.

  • Publiziert: 03.05.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Situation in Europa unter Kontrolle. Die Reaktion auf Erkrankungen von Reisenden sei sehr erfolgreich gewesen, sagte der WHO-Experte Mike Ryan in Genf. Zwar drohe weiter eine Pandemie, es gebe derzeit aber keine Anzeichen für eine starke Ausbreitung ausserhalb Nordamerikas.

Die WHO versucht immer noch, endgültig zu ermitteln, wie gefährlich das neue Influenza-Virus vom Typ A/H1N1 wirklich ist. Die Weltgesundheitsorganisation beliess heute die Pandemie-Stufe auf 5, dem zweithöchsten Stand. Fachleute waren sich einig, dass es für eine Entwarnung zu früh sei.

In Deutschland stieg die Zahl der Infizierten auf acht, in Frankreich wurden zwei Fälle bestätigt. In Spanien waren 40, in Grossbritannien 15 Menschen infiziert. Je einen Fall gab es in Dänemark, Irland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. In den USA stieg die Zahl der Infizierten auf 226; mittlerweile sind über die Hälfte aller Bundesstaaten betroffen.

Lage in Mexiko stabil

In Mexiko, wo die Menschen den dritten Tag in Folge weitgehend zu Hause blieben und öffentliche Ansammlungen mieden, machte sich Hoffnung breit, das Virus bald unter Kontrolle zu bekommen.

Die Grippe sei inzwischen wieder auf dem Rückzug, sagte Gesundheitsminister José Angel Córdova. Jeden Tag würden weniger Menschen mit schweren Symptomen in die Spitäler eingeliefert. Bislang seien nachweislich 506 Menschen erkrankt, 19 starben an der neuen Grippe. In der vergangenen Woche hatten die Behörden noch von geschätzten 176 Schweinegrippen-Toten gesprochen.

Aus Kanada wurden 70 offiziell bestätigte Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsbehörden des Landes teilten mit, ein Landwirt aus der Provinz Alberta, der erst kürzlich von einem Mexiko-Aufenthalt zurückgekehrt sei, habe das Virus vom Typ A/H1N1 auf seine Schweine übertragen.

Der Mann sei inzwischen genesen, die Schweine seien unter Quarantäne gestellt worden. Die WHO schliesst aus, dass das Virus durch den Verzehr von Schweinefleisch übertragen werden kann.

Grippe erreicht Asien

Am Wochenende erreichte das neue Influenza-Virus auch Asien. Der erste Fall trat in Hongkong bei einem Mexikaner auf. Er war über Shanghai nach Hongkong gereist und mit Fieber in ein Spital eingeliefert worden.

China reagierte rigoros auf die neue Grippe. In Hongkong wurde ein komplettes Hotel mit 200 Gästen und rund 100 Bediensteten unter Quarantäne gestellt. Auch in anderen chinesischen Städten wurden Mexikaner unter Quarantäne gestellt, Flüge von und nach Mexiko wurden verboten. (SDA/hhs)

Aarauer Stadrat gesund

Der Aarauer Stadtrat Michael Ganz ist nicht an Schweinegrippe erkrankt. Die Quarantäne für ihn, seine Regierungskollegen sowie die Kontaktpersonen von Ganz ist deshalb per sofort aufgehoben worden.

Der Schweinegrippe-Labortest des Nationalen Referenzzentrums für Influenza in Genf habe für Ganz und seine Ehefrau ein negatives Resultat gezeitigt, teilte die Aargauer Staatskanzlei am Sonntag mit.

Ganz und seine Partnerin seien somit nicht an Schweinegrippe erkrankt. Dies habe zur Folge, dass die Quarantäne über die Mitglieder des Stadtrats Aarau sowie des Verwaltungsrats der Industriellen Betriebe Aarau AG (IBAarau AG) und ihre Partnerinnen und Partner per sofort aufgehoben werden könne.(SDA)
play Die Lage im Ursprungsland Mexiko ist stabil – erst bei 19 Menschen wurde der Tod durch Schweinegrippe bestätigt. (Reuters)

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