LINKÖPING - In einem mutigen Video beschreibt die Schwedin Lovisa Nystrand ihre Vergewaltigung durch einen 19-Jährigen. Damit will sie andere Mädchen ermutigen - und gegen Gerüchte über sie vorgehen.
Lovisa Nystrand ist 14 Jahre alt und wird am 21. August von einem 19-jährigen Kollegen in Linköping vergewaltigt. Noch in der selben Nacht geht sie zur Polizei, zeigt den Mann an. Er wird verhaftet und gestern zu zwei Jahren Knast verurteilt.
Doch die Zeit nach der Vergewaltigung erweist sich als schwierig. Viele in Linköping und in ihrer Schule kriegen die Geschichte mit. Und nicht jeder glaubt ihr, dass sie vergewaltigt wurde, sondern glaubt, dass das Mädchen eine Mitschuld trägt.
Jetzt hat Lovisa Nystrand ein dreiminütiges Video aufgeschalten, in dem sie kein Wort sagt, aber mit Karteikarten schildert, was in jener Nacht passiert ist. «Ich habe etwas Schreckliches erlebt, woran ich den Rest meines Lebens zu leiden habe.» Sie schreibt: «Ich möchte aber zeigen, dass man stark sein kann, obwohl einem so etwas wiederfahren ist.»
Sie erinnere sich noch an jede Einzelheit. «Ich weinte und ich blutete.» Sie beschreibt, wie sie hinterher angefeindet wurde, Beschimpfungen und Drohungen ertragen musste.
Sie postet das Video auf ihre Facebook-Seite - es ist eigentlich nur für ihre Freunde gedacht. Innerhalb weniger Stunden verbreitet es sich rasend schnell. Bereits 28’000 haben es am Donnerstagabend mit «Gefällt mir» markiert, über 1000 haben es weiterverbreitet.
«Viele haben sich bei mir gemeldet und erzählt, dass sie auch vergewaltigt wurden, dass sie sich aber nicht trauten, das anzuzeigen. Ich sage ihnen: 'Sei stark, tu es!'», sagt Lovisa der Zeitung «Aftonbladet».
Ihre Eltern sind stolz auf ihr Kind. «Sie ist so ein starkes Mädchen», sagt ihre Mutter Anne Nystrand. «Sie war schon immer sehr mutig, stark und vernünftig.» In der Stadt sei viel geredet worden. «Jeder denkt, am besten zu wissen, was wirklich passiert ist.» (num)
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