Peinlich, peinlich, liebe Swiss! Warum ging Estland vergessen?

ZÜRICH - Auf dem Flug 161 der Swiss vom Montag von Tokio nach Zürich fotografierte ein prominenter Gast die Inflight-Karte der Swiss über Estland. Dumm nur, dass genau das Land darauf fehlte.

Swiss Airlines: Vergisst auf Swiss-Flugkarte einfach mal Estland play
Auf der Landkarte, die im Swiss-Flugzeug gezeigt wurde, fehlte Estland. Twitter

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Swiss Airlines: Vergisst auf Swiss-Flugkarte einfach mal Estland play
Erik Zsiga ist heute Unternehmensberater: Von 2012 bis 2014 war er Sprecher der schwedischen Aussenministers Carl Bildt, einem dezidierten Kritiker der Politik von Wladimir Putin.

Eric Zsiga ist in Schweden ziemlich bekannt. Erst leitete der ehemalige Journalist die Kommunikation des Technologiekonzerns Ericsson. Danach diente er in gleicher Funktion im schwedischen Aussenministerium – in der Amtszeit des damaligen Aussenministers Carl Bildt. Dieser war ein heftiger Kritiker der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Vor allem von dessen aggressiven Einmischungen in Nachbarländern.

Gestern sass Zsiga, der inzwischen für eine renommierte skandinavische Unternehmensberatung arbeitet, in einem Swiss-Jet von Tokio nach Zürich. Der Flug 161 passiert während einer langen Phase den russischen Luftraum. In der Nähe von St. Petersburg war Zsiga dann überrascht: Auf der Landkarte, die im Swiss-Flugzeug gezeigt wurde, fehlte Estland. Der ehemalige Sprecher von Bildt twitterte: «Was ist mit der Grenze zwischen #Estland und Russland passiert? System gehackt? 25-jährige Karte?»

Grossmachtgehabe der Russen macht Skandinavier nervös

Die Frage stellt Zsiga nicht ohne Grund. Die Stimmung in Skandinavien ist wegen des Grossmachtgehabes der Russen nicht allzu gut. Sie hat sogar dazu geführt, dass die Schweden die allgemeine Wehrpflicht wieder einführen. So rechnen die Geheimdienste damit, dass ein russischer Angriff wieder viel wahrscheinlicher geworden ist. Etwa so wahrscheinlich wie im Kalten Krieg.

Besonders exponiert in diesen Szenarien sind die Baltischen Staaten. Estland, Lettland und Litauen verstanden sich auch in der Sowjetunion als eigenständig. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gingen sie demonstrativ auf Distanz zu Russland und etablierten schnell enge Beziehungen zu den skandinavischen Nachbarn.

Mehrfach hat Putin den Baltischen Staaten gedroht. Nach der Besetzung der Krim werden solche Ansagen in russischen Nachbarstaaten sehr ernst genommen.

Klar ist auch, dass man in Schweden, Dänemark und Finnland sehr sensibel reagiert. Vor diesem Hintergrund sind auch die Fragen von Zsiga an Swiss zu verstehen.

«Die Karte wird schnellstmöglich korrigiert»

Bei der Fluggesellschaft, die inzwischen zur deutschen Lufthansa gehört, bedauert man den Fehler. Eine Sprecherin sagte, dass man «nach interner Rücksprache» lediglich sagen könne, «dass es sich hier um einen Fehler handelt».

Weshalb die Karte die Territorialverhältnisse nicht korrekt wiedergebe, kann die Swiss noch nicht sagen, das werde nun abgeklärt. «Auf jeden Fall werden wir die Karte schnellstmöglich korrigieren lassen», sagt die Sprecherin.

Swiss Airlines: Vergisst auf Swiss-Flugkarte einfach mal Estland play
So hätte die Karte aussehen müssen. Google Maps
Publiziert am 08.11.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016
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6 Kommentare
  • Daniele  Hanselmann aus Winterthur
    08.11.2016
    Das glaube ich sofort! So was nennt man unprofessionell und stümperhaft! Jedes mal sehe ich solche Pannen bei der SWiSS! Den Vogel abgeschossen hat dir Airline als sie die Boeing 777 lancierte. Ich sass auf meinem Sitz und freute mich auf das Inflight Entertainment. Kaum eingeschaltet, erscheint das Hintergrundbild eines Airbus 330 und das in einem Boeing Flieger... lausig und schlicht weg unbrauchbar! Hauptsache billig und muss gut aussehen....
  • Peter  Graser 08.11.2016
    Podgorica heisst bei Swiss und Edelweiss immer noch Titograd wie vor 25 Jahren. Es wird überall gespart, auch am aktuellen Kartenmaterial.
  • Rico  Brunner 08.11.2016
    Da wird wohl in Deutschland schon präventiv der Kotau vor Putin gemacht. Vielleicht sollten wir auch schon Flüchtlingslager für baltische Flüchtlinge bereitstellen, wenn Putin seinen nächsten Expansionsschritt vornimmt.
  • Toni  Richter 08.11.2016
    @Herrn Weber, klar verstehe ich Ihre Haltung, ist wirklich nicht weltbewegend. Das Geschrei wäre jedoch riesig würde die CH auf der Karte fehlen. Estland ist heute eine Erfolgsstorry im Baltikum. Was IT-Wissen angeht uns seit einiger Zeit voraus. Ausländische Firmen können online eine Zweigniederlassung in Estland gründen u.s.w. Dieses Land hat es wirklich verdient auf der Landkarte zu erscheinen!
    • Mark  Reist 08.11.2016
      @TR: Na ja, die Erfolgsstory beschränkt sich auf Tallinn und die
      nähere Umgebung. Im Rest des Landes ist noch ziemlich viel Luft nach oben.
  • Marco  Weber 08.11.2016
    Naja wenn die Menschheit sonst keine grösseren Probleme hat ist ja alles in Ordnung! Und auch an Blick herzlichen Dank das auf solch grobe Missstände hingewiesen wird!