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Der Missbrauchs-Sumpf in Österreich ist tiefer und schmutziger als bisher angenommen. Die Enthüllungen häufen sich – und die Empörung ist riesig. So hat sich bereits der Verein «Opfer kirchlicher Gewalt» gebildet, der mit einer Sammelklage Entschädigungen erzwingen will.
Dass es früher Erziehungsmassnahmen gegeben habe, die heute völlig undenkbar wären, müsse man nicht in Frage stellen, sagt der Abt von Mehrerau. Man müsse sich der Sache stellen. Doch mehr entsetzt Österreich die Tatsache, dass sexueller Missbrauch nicht in der dunklen Vergangenheit schlummert – sondern gar nicht lange zurückliegt. So geschah der letzte Fall im Jahr 2001.
Aus dem Klosterheim Mehrerau im Vorarlberg werden besonders perfide Fälle bekannt. Von «schwersten sexuellen Übergriffen» ist die Rede. So flösste laut «ORF» ein Seminarteilnehmer einem Jugendlichen Alkohol ein und missbrauchte ihn schliesslich schwer. Ein anderer Erzieher machte drei Internatsschülern Drogen schmackhaft, spielte ihnen Pornofilme vor und verging sich an ihnen.
Und die Kriminalpolizei spricht zum ersten Mal nicht nur von Missbrauch, sondern explizit von Vergewaltigung. Dies aufgrund der Taten eines Pater Ende der 1970er und Anfang der 80er Jahre.
Wiener Sängerknaben missbraucht
Auch bekannt wurde, dass sogar bei den Wiener Sängerknaben Missbrauch stattfand. Ein heute 33-jähriger Berliner Chirurg und ein 51-jähriger Münchner Psychologe machten laut dem «Standard» eine Anzeige gegen einen früheren Erzieher.
So sollen Erzieher beim Duschen zugeschaut haben, lautstark Tipps gegeben, wie die Schüler ihre Genitalien waschen sollten. Körperliche Züchtigung war ebenfalls an der Tagesordnung. Der Skandal ist losgetreten. Wieviele Opfer sich noch melden, ist ungewiss. (num)