Krieg in Athen Schon drei Tote bei schweren Krawallen!

  • Publiziert: 05.05.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

ATHEN – Es kracht auf den Strassen von Griechenland. Nun starben während den gewaltsamen Protesten offenbar drei Personen.

Auf den Strassen von Athen herrscht Krieg. Ein wütender Mob setzt Banken in Brand und versucht, das Parlament zu stürmen. Dunkler Rauch zieht über die Stadt. Steine und Molotowcocktails fliegen. Die Polizei versucht, die aufgebrachte Menge zu stoppen. Der Protest gegen das Sparprogramm der Regierung ist völlig ausser Kontrolle geraten.

Die Krawalle forderten bereits die ersten Todesopfer! Zwei Frauen und ein Mann starben im Gebäude der Bank Marfin am Omonia-Platz . Wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr, hatten die drei in dem vierstöckigen Bankgebäude versucht, sich vor dem Flammeninferno auf einen Balkon zu retten. Dabei brachen sie im raucherfüllten Treppenhaus zwischen drittem und viertem Geschoss ohnmächtig zusammen und wurden vom Feuer erfasst. Die Feuerwehr konnte den Angaben zufolge den Brandort nicht rechtzeitig erreichen, weil Autonome sie mit Steinen angriffen.

Während der Brand in der Bank Marfin inzwischen unter Kontrolle ist, brennen zwei weitere Geldhäuser weiter erloh. Und noch sind Menschen in den Gebäuden eingeschlossen! Die Feuerwehr versucht, die Eingeschlossenen zu retten.

Steine fliegen gegen Polizei und Schaufenster

Zuvor schon haben sich tausende wütende Griechen auf dem Platz vor dem Parlament versammelt. Sie brüllten: «Ihr habt unser Land kaputtgemacht!» Ingesamt protestierten in ganz Athen über 100000 Menschen. Gewerkschaftler sprachen sogar von 200000 Demonstranten. In Thessaloniki warfen mehrere junge Demonstranten Steine gegen Einsatzbeamte und auf Schaufenster. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Randalierer ein.

Der Protest der Bevölkerung richtet sich gegen den strengen Sparplan der Athener Regierung, den diese mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gegenzug für Kredithilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre aushandelte.

Die Polizei erklärte einen allgemeinen Alarmzustand. Nach Angaben von politischen Beobachtern war es eine der größten Demonstrationen der vergangenen 20 Jahre.
(num/prp)

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