Schock-Diagnose von deutschem Ebola-Experten Liberia und Sierra Leone sind verloren

MONROVIA/HAMBURG - Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagt, dass sich jeder in Liberia und Sierra Leona mit Ebola infizieren werde. Ein Todesurteil für fünf Millionen Menschen.

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Der Kampf gegen Ebola gleicht dem Kampf gegen Windmühlen. Dieser Meinung ist der deutsche Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Er und seine Kollegen «verlieren langsam die Hoffnung für Sierra Leone und Liberia», sagt er in einem Interview mit dem Rundfunk «Deutsche Welle».

«Der richtige Zeitpunkt zum Eingreifen wurde verpasst. Jetzt ist es zu spät.» Der Ebola-Experte geht davon aus, dass sich das Virus in den westafrikanischen Ländern «ausbrennen» werde. Das bedeutet, dass sich fast jeder infizieren werde und so die Hälfte der Bevölkerung sterben würde.

«Solche Aussagen sind nicht so konstruktiv»

Schmidt-Chanasit fordert dennoch «massive Hilfe». Im Fall von Sierra Leone und Liberia sei es zwar nicht realistisch, die Hilfe zu bekommen, die notwendig ist. Doch es sei umso wichtiger, ein Übergreifen auf andere Länder zu verhindern. Und zwar da, wo es möglich ist, zum Beispiel in Nigeria oder Senegal.

Schmidt-Chanasits Aussagen werden heftig kritisiert. Die Zentrale der Welthungerhilfe teilt mit, dass solche Aussagen «nicht so konstruktiv seien». Für Sierra Leone würden die Aussagen auch nicht stimmen. «Die Massnahmen zeigen Fortschritte», sagt Jochen Moninger, Landeskoordinator der Welthungerhilfe in Sierra Leone.

Militär bewacht Häuser mit Ebola-Fällen

«Wenn die Lage aussichtslos wäre, würde ich meine Familie packen und ausreisen.» Die wichtigste Massnahme sei im Moment, die Krankheit zu isolieren – notfalls auch mit Hilfe des Militärs.

Denn in Sierra Leone hat die Regierung eine 21-tägige Quarantäne für Haushalte mit Ebola-Fällen verhängt. Die Häuser werden von Soldaten und Polizisten bewacht. Sie verhindern, dass die Menschen, die mit Ebola-Kranken in Kontakt waren, die Häuser verlassen.

Doch auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zeichnet ein düsteres Bild. Die Ebola-Epidemie in Westafrika drohe ausser Kontrolle zu geraten. Die Zahl neuer Patienten steige viel schneller als die Kapazitäten zur Bewältigung der neuen Fälle, warnte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan heute an einer Medienkonferenz in Genf. (kab)

Publiziert am 12.09.2014 | Aktualisiert am 12.09.2014
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42 Kommentare
  • Markus  Knoblauch , via Facebook 13.09.2014
    Man sagt dem in gewissen Kreisen, New World Order, es muss die Weltbevoelkerung reduziert werden, sei es mit Krieg, Hunger, Menschenvernichtung ala Ebola, sonstige Seuchen werden folgen und so weiter, und so weiter, bis ein paar wenige superreiche Die Welt ganz in der Hand haben - Der Rothschild Clan zum Beispiel.....
  • Regula  Rütli aus Luzern
    13.09.2014
    Ein Ausbreiten von Ebola nach Nigeria, vor allem dort in den Norden, hätte wenigstens den Vorteil, dass die Terroristen von Boko Haram samt ihrer islamistischen Terrorherrschaft auf natürliche Weise ausgelöscht werden. Insofern wäre es geradezu ein Gewinn für den zivilisierten christlichen Süden von Nigeria.
  • Nico  Pepe aus Basel
    12.09.2014
    Was soll das heissen ? Das bald diese Länder keine Bevölkerung mehr haben und ein Niemandsland wird? Und wieso plötzlich diesen riesen Ebola ausbruch? Da kann nicht nur die Natur sein,die Bioindustrie hat mitgeholfe!
  • Kay  Stutz 12.09.2014
    Das ist etwas Panikmache. Nichts desto Trotz ist es fragwürdig was da abgeht. Das passiert eben wenn man als reicher Westen kontinuierlich den afrikanischen Staaten immer nur Kohle in den Hintern schiebt das dann irgendwo in welchen korrupten Taschen verschwindet anstelle dort die Gesellschaft zu bilden. Und man schiebt eben das Geld denen zu die einem dann gerne Zugang zu den Rohstoffen gewähren. Dann ist es auch nicht wichtig wohin die Kohle geht. Nicht sehr nachhaltig.
  • Andreas  Hug 12.09.2014
    Frau Chan von der WHO hat jede Glaubwürdigkeit verloren. Sie ist schliesslich verantwortlich für das zögerliche Handel, als sich das Virus vor über 6 Monaten auszubreiten begann. Besten Dank an Herrn Schmidt-Caransit - vielleicht braucht es diese deutlichen Worte, damit endlich adäquate Massnahmen getroffen werden. Ich bin ja gespannt, wann wir den ersten Fall in unserem "Genève Internationale" haben werden.