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Kokste Bush im Weissen Haus?

WASHINGTON – Das US-Magazin «Globe» geht in seiner aktuellen Ausgabe George W. Bushs Nase nach – und haut den unbeliebten Noch-Präsidenten gehörig in die Pfanne.

Von Raphael Diethelm | Aktualisiert um 11:38 | 05.06.2008
Dieses Werk kursiert im Internet, nur nicht auf globemagazine.com selbst!
«Bush auf Kokain im Weissen Haus! Haben Drogen seinen paranoiden Zorn geschürt und seine Ehe fast zertört?» Die Titelgeschichte des «Globe» (siehe oben) wird in der internationalen Blogs bereits diskutiert.

So schreibt Blogger Mark Pasetsky auf coverawards.com etwa, er wisse nicht, was an dieser Geschichte dran sei. «Doch ich muss gestehen, ich glaube daran.»

Auf dem Klatsch-Blog hollywoodgrind.ch wird das US-Magazin hingegen bemitleidet. Es müsse offenbar mit allen Mitteln gegen sinkende Auflagezahlen kämpfen, meint der Verfasser. «So verzweifelt!»

Auch auf einer Ufo-Fan-Site wird diskutiert. Dort erfährt man unter anderem, dass die Website des «Globe» ausgerechnet heute vom Netz genommen wurde! Tatsächlich, globemagazine.com ist nach wie vor «unavailable/under construction».

In einem Punkt sind sich alle einig: Das Timing für die Geschichte sei perfekt. Kurz nach Erscheinen der Memoiren des früheren Sprechers des Weissen Hauses, Scott McClellan (siehe Kasten rechts), schiesse sich leicht gegen Bush. Zumal dessen Beliebtheit in der US-Bevölkerung nach wie vor auf Tauchstation ist.

Während McClellan aber vor allem politische Schnitzer des Noch-Präsidenten anprangert – namentlich die aggressive Propaganda für den Irak-Krieg –, streut das Magazin «Globe» Salz in alte Wunden: Bush jr. soll während der Amtszeit seines Vaters neben einem gewaltigen Alkoholproblem auch eine Vorliebe fürs Nasenpudern entwickelt haben. Auf dem präsidialen Anwesen Camp David soll der Sohn des damaligen US-Präsidenten Kokain konsumiert haben.

Die amerikanische Journalistin Kitty Kelley schrieb dies in ihrem 700-Seiten-Wälzer «The Family» über die Bush-Dynastie, der Ende 2004 veröffentlicht wurde. Darin hinterlässt George W. Bush unter anderem mit Drogen- und Alkoholgeschichten einen schalen Nachgeschmack.
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Verschnupft, Mr. President? (Reuters)
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McClellans Memoiren

Der ehemalige Sprecher des Weissen Hauses wirft George W. Bush eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit vor dem Irak-Krieg vor. Bush sei nicht offen und ehrlich beim Thema Irak gewesen. Das Weisse Haus habe auf «Propaganda» zurückgegriffen, um den Krieg zu verteidigen.

Scott McClellan, der Bush zwischen 2003 und 2006 als Sprecher diente, wertet die Irak-Invasion in seinem Buch als «nicht notwendig». Es habe sich um «ernsthaften strategischen Pfusch» gehandelt. (SDA)

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