Schloss in Frankreich mit Fitnessraum und Philosophie-Unterricht Hier werden Islamisten entradikalisiert

TOURS (F) - Frankreich kämpft auf mehrere Arten gegen Islamisten. Für die Unbelehrbaren werden Tausende neuer Gefängniszellen gebaut. Für die Einsichtigen gibt es ein Entzugscamp auf einem Schloss.

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Bald feiert die «Dschihad-Akademie» auf Schloss Pontourny nahe Tours im Westen Frankreichs Eröffnung. Es ist die erste Institution in Frankreich, die radikalisierte Muslime wieder auf richtige Bahnen lenken soll.

Die Entzugsklinik heisst offiziell «Zentrum für Prävention, Wiedereingliederung und Staatsbürgerschaft». Wer hier eintritt, kommt freiwillig. Präfekt Louis Lefranc sagt: «Es geht um junge Leute, die radikalisiert sind und davon loskommen wollen.»

Frankreich entradikalisiert Islamisten in Umerziehungscamps play
Im Schloss Pontourny sollen Islamisten auf den richtigen Weg gebracht werden. Die Anwohner befürchten Anschläge des IS.  AFP

Die einsichtigen Islamisten werden in grossen, hellen Zimmern einquartiert. Die Fenster sind vergittert – damit die Insassen nicht hinausstürzen können. Es gibt einen Schlosspark mit alten Bäumen, ein kleines Fitnessstudio, Aufenthaltsräume und Klassenzimmer. Unterrichtet werden Fächer wie Religion, Geschichte und Philosophie.

Die Institutsleitung will den Dschihadisten die Werte der westlichen Kultur beibringen. Vor allem sollen die jungen Leute Frankreich wertschätzen lernen. Tagwache ist jeweils um 6.45 Uhr, gearbeitet wird in der Anstaltsuniform.

Einmal wöchentlich müssen die Insassen zum Fahnenappell antreten. Pierre Pibarot, der für die Wiedereingliederung zuständig ist, sagt: «Wir wollen mit den Symbolen der Republik arbeiten, und die Fahne ist eines davon.»

Frankreich entradikalisiert Islamisten in Umerziehungscamps play
Religion, Geschichte und Philosophie: Hier findet der Unterricht statt.  AFP

Alle Insassen werden von Sozialarbeitern, Psychologen und Ärzten betreut. Pibarot: «Wir wollen die Teilnehmer kritikfähig machen.»

Viele Bewohner der Gemeinde Beaumont-en-Véron sind verärgert. Sie fürchten sich vor den Insassen, aber auch vor möglichen Anschlägen des IS auf das Schloss.

Die Anstaltsleitung beschwichtigt: Es würden keine sogenannten «Gefährder» aufgenommen. Das Gelände werde zudem mit 18 Kameras und einem Infrarotsystem überwacht.

Frankreich rüstet auch die Gefängnisse gegen Islamisten auf. Diese Woche gab Justizminister Jean-Jacques Urvoas bekannt, dass er in den nächsten zehn Jahren bis 16’000 neue Zellen bauen wolle. (gf)

Publiziert am 22.09.2016 | Aktualisiert am 22.09.2016
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  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    22.09.2016
    Stimmt ja, Frankreich ist fest im Griff der sozioprofessionellen Strukturen. Und wie misst man, ob sie entradikalisiert sind? Genau - es ist nicht messbar. Schlicht und einfach. D.h. die armen Franzosen dürfen königlich teure Betreuung berappen und wenn sie mal draussen sind, gehen sie vor Lauter wohlgefühl ob der royalen Verhätschelung trotzdem wieder in die Luft. Unglaublich. Der gesunde Menschenverstand scheint bei Politikern wirklich abzusterben.
  • Jens  Goldmann 22.09.2016
    Alles Quatsch, da bringt man diese Leute die einander noch nicht kennen erst recht zusammen. Diese Leute gehören in Einzelhaft. Die sollten vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang in einem abgelegenen Steinbruch Steine klopfen ohne Unterbruch. Zu Essen nur das nötigste. Keine Handys und kein Fernsehen. Die wüssten nach 3 Monaten nicht mal mehr dass es je einen IS gegeben hat, Alles andere ist Augenwischerei.
  • Köbi  Karrer 22.09.2016
    Irgendwie nett, nicht nobel, aber zum Aushalten. Ich verlange jetzt staatliche "Umerziehungsanstalten" für "Rechtsradikale" in ähnlicher Güte.
    • Studer  Werner 22.09.2016
      ..... und die Linksradikalen, die ja die Mehrheit ausmachen, die vergisst man einfach? Irgendwie kommt mir diese Anfrage unüberlegt vor.
  • Daniela  Ponti 22.09.2016
    Dass das funktionieren soll, glaube ich keine Sekunde. Muslim bleibt Muslim, auch die Angepassten, die sogenannt Angepassten.