Schlimme Zustände auf Flüchtlings-Inseln: Australien schiebt Babys und Mütter ab

CANBERRA - Das Oberste Gericht in Australien hat die Klage einer Frau gegen ihre Abschiebung in ein entlegenes Flüchtlingslager abgewiesen. Von diesem Urteil sind nun 267 Menschen betroffen, darunter 37 Babys.

An undated combination, handout picture shows some of the babies born in Australia to asylum seeker mothers who face deportation to one of Australia's controversial offshore asylum seeker detention centres on the Pacific Island of Nauru play

Diese Babys von asylsuchenden Müttern sollen in Australien auf die umstrittenen Flüchtlingsinseln ausgeschafft werden.

REUTERS
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Als Flüchtling nach Australien zu gelangen, ist sozusagen unmöglich. Die Regierung schickt die Asylsuchenden entweder direkt zurück oder verfrachtet sie in ein Lager auf die weit entfernten Inseln Nauru, Papua-Neuguinea oder auf die Weihnachtsinseln. Auch wenn ihr Flüchtlingsstatus anerkannt ist.

Nun hat eine Frau aus Bangladesch ihren Zwangsaufenthalt auf Nauru am obersten Gerichtshof in Canberra eingeklagt. Sie war im August 2014 wegen eines medizinischen Notfalls während ihrer Schwangerschaft nach Australien gebracht worden. Nun soll sie wieder zurück. Ihre Anwälte argumentieren jedoch, dass eine Rückkehr nach Nauru sie, ihren Mann und das mittlerweile ein Jahr alte Kind traumatisieren. Jede Mutter habe das Recht auf ein gutes Leben an einem sicheren Platz für ihre Familie.

Das Oberste Gericht hat mittlerweile entschieden und befand die Klage als nicht gerechtfertigt. Dieser Entscheid wirkt sich nun nicht nur auf die Klägerin aus. Der Fall galt als Testfall für 267 Asylbewerber, darunter sind 37 in Australien geborene Babys und 54 weitere Kinder, die zur medizinischen Behandlung nach Australien geflogen worden waren. Ihnen droht nun allen die Abschiebung auf die Inseln.

Untragbare Zustände in Insel-Lagern

Dort aber herrschen untragbare Zustände. Medien berichten seit geraumer Zeit über die schlechten Lebensbedingungen auf den Flüchtlingsinseln. Mitte Januar wurde zudem bekannt, dass es im Schnitt jeden zweiten Tag Selbstverletzungen in den Einrichtungen gebe. Wie die Fairfax-Mediengruppe berichtete, schlucken die Bootsflüchtlinge Gift, schneiden sich selbst mit Messern oder versuchen sich zu erhängen. Den Angaben zufolge gab es in den letzten Monaten auf Nauru 188 derartige Vorfälle.

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Im Flüchtlingslager auf der Weihnachts-Insel sollen unmenschliche Zustände herrschen. Amnesty International

 

Auch auf Regierungsebene sind die Lager umstritten. Eine Senatsermittlung kam zum Schluss, dass die Bedingungen nicht tragbar seien. Die Regierung in Canberra argumentiert jedoch weiterhin, dass wegen ihrer harten Politik weniger Flüchtlinge im Meer ertrinken würden.

Publiziert am 04.02.2016 | Aktualisiert am 04.02.2016
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34 Kommentare
  • Rolf  Gurtner aus Münsingen
    04.02.2016
    Gerade so werden ja unsere "Härtefälle" konstruiert. Kaum hier, Kinder in die Welt setzen, um nachher damit unsere Behörden zu erpressen. Wurde in zig-Fällen so gemacht und spätestens in Strassbourg bekommt man dafür auch noch recht. Ich finde es ok, wenn sich Australien dies nicht gefallen lässt. Nun müssen diese Mütter halt die Konsequenzen ihres Tuns auf der Insel ausbaden.
  •   Reto Markwalder aus Schwyz
    04.02.2016
    Sie bekommen dort den Schutz, den sie gesucht haben.
    Wenn sie den Schutz nicht mehr brauche, sollen sie zurück in ihre Heimat. Für mich ist dieses System sehr gut.
    Könnte man hier auch anwenden.
  • Heinz  Both , via Facebook 04.02.2016
    Richtig so, Australien ist wenigstens ein Land das rigoros durchgreift und nicht wie die EU, Angi oder auch die CHer BBer mal so reden und wenn der Wind dreht wieder so. Richtig so, wems nicht passt tschüss adios retour one way..... am besten ALLE .... Schmarotzer!!!
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    04.02.2016
    In zu vielen Kommentaren tritt die menschenverachtende Haltung der Verfasser/innen immer klarer zu Tage. Heute ist es salonfähig, gegen Schwache zu hetzen, Hass zu verbreiten, zu kurz gekommene Loser können sich profilieren. Leute, die anderen das Recht auf Leben absprechen, um nicht teilen zu müssen. Sie würden auf Kinder schiessen lassen, sie ins Gas schicken. Wie gehabt. Aber es sind Verlierer. Niemand flieht aus Spass, und es wird eine gerechtere Umverteilung stattfinden müssen. Schon bald.
    • lui  chinotto 04.02.2016
      Ach Valentino. Sonst haben sie keine Sorgen? Recht so, genau Rechtens was die Australische Regierung macht. Und wenn sie noch hundert mal schreiben dass wer nicht ihrer Gutmenschenpolitik Meinung ist ein Hetzer und Hasser ist, macht es trotzdem nicht wahrer. Dem sagt man konsequente Flüchtlingspolitik. Klar und Nüchtern.
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    04.02.2016
    Man könnte mit dem Einverständnis der Mutter ja die Kinder zur Adoption freigeben. Den Müttern könnte man eine Gratisunterbindung anbieten.