Naturkatastrophe in Brasilien Schlammlawinen töten 500 Menschen

  • Publiziert: 14.01.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

RIO DE JANEIRO - In Brasilien haben Lawinen aus Schlamm ganze Orte weggeschwemmt, Kirchen und Polizeiwachen dienen als Leichenhäuser. Mindestens 506 Menschen kamen ums Leben. Tausende sind obdachlos.

Es ist die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Brasiliens: Lawinen aus Schlamm haben ganze Orte weggeschwemmt, Kirchen und Polizeiwachen dienen als Leichenhäuser.

Mindestens 506 Menschen sind durch die Regenfälle und Erdrutsche nördlich von Rio de Janeiro ums Leben gekommen. Die Behörden rechneten mit weiteren Toten, da viele abgeschiedene Gebiete erst allmählich von den Rettungskräften erreicht werden konnten.

Laut der Nachrichten-Website G1 starben allein in der Stadt Nova Friburgo 225 Menschen, in Teresópolis waren es demnach 223 Tote, in Petrópolis 39 und in Sumidouro mindestens 19 Opfer. Ganze Viertel wurden durch die todbringenden Flüsse aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt.

Geruch von verwesenden Leichen

Tausende Überlebende fanden in Notaufnahmelagern Unterschlupf. Kirchen und Polizeiwachen wurden zu Leichenhäusern umfunktioniert, in der warmen Luft stand der Geruch von verwesenden Leichen.

Fieberhaft suchen derzeit Angehörige nach vermissten Freunden und Verwandten. Der 44-jährige Edmar Da Rosa berichtete in einem Lager in Teresópolis, eine Wand seines Hauses sei in dem Unwetter eingestürzt. «Meine Frau starb. Mein Enkel starb. Und die anderen sind verletzt.» Der 59 Jahre alte Joao de Lima umklammerte eine Puppe und sagte: «Ich habe meine vier Töchter und alles, was ich habe, verloren.»

440 Millionen Franken Soforthilfe

Präsidentin Dilma Rousseff flog mit dem Helikopter über das Gebiet und ging anschliessend zu Fuss durch einige Regionen. Die Präsidentin, die erst seit Anfang des Jahres im Amt ist, zeigte sich schockiert und versprach «starke Massnahmen» der Regierung.

Diese stellte bislang umgerechnet knapp 440 Millionen Franken Soforthilfe zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium kündigte zudem an, für die Region würden sieben Tonnen medizinisches Material zur Verfügung gestellt.

Hoffnung stirbt zuletzt

Die teils spektakuläre Rettung einzelner Menschen gab aber auch immer wieder Anlass zur Hoffnung. Brasilianische Nachrichtensender zeigten Bilder einer Frau, die mit ihrem Hund im Arm auf dem Dach ihres Hauses sitzt, das von den Wassermassen mitgerissen wird.

Nachbarn aus einem höher gelegenen Haus werfen ihr ein Seil zu, an dem sie sich hochziehen kann. Sie verschwindet kurz in den reissenden Fluten, taucht dann aber wieder auf und wird von den Nachbarn gerettet. Ihr Hund überlebte allerdings nicht. (SDA/fr)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für Vierjährigenbullet
3 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet

Ausland