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«Das ist alles, was von meinem Büro übrig ist», sagt Schibli und hält einen Ausweis und einen Schlüssel hoch. Wir spazieren durch Süd-Manhattan. Ohne Zögern erzählt er von 9/11.
«Ich war seit 1998 als Ingenieur in New York. Mein Büro lag im 82. Stock. Täglich war ich um 8.30 Uhr dort.» Ausser an 9/11. Schibli streitet sich mit Sohn Stefan (22). «Irgendeine Bagatelle!» Als er kurz vor neun beim World Trade Center ankommt, brennt sein Turm. «Mein erster Gedanke: Jetzt muss ich den bald reparieren!» Denn Schibli arbeitet als Gebäudetechniker für die «Port Authority». Ihr gehört das World Trade Center.
Kurz darauf rast der zweite Jet in den Südturm. Schibli blickt gebannt hoch. Fast eine Stunde lang. Da schiesst dem Fachmann durch den Kopf: «Feuer erweicht Stahl!» Er beginnt zu laufen. «Ein Rattern. Und eine Staubwelle rollte über mich hinweg.» Der Südturm ist eingestürzt.
Schibli telefoniert heim, schafft es auf einen Zug nach Hause. Frau und Sohn erwarten ihn. «Wir haben uns innig umarmt.»
Der Churer hält in seiner Erzählung inne. «Das Schwierige kam erst: Mein enger Freund Frank war tot. Ich wollte weg.» Schibli hatte Glück: Bereits vor 9/11 hatte er einen Flug in die Schweiz gebucht. «In Chur war es komisch», lacht er. «Alle erkannten mich, weil sie den BLICK gelesen hatten.»
Nach zwei Wochen Ferien ging Schibli zurück nach New York. Er ist heute immer noch für die «Port Authority» tätig.
«Zum fünften Jahrestag von 9/11 werde ich an einem Gottesdienst teilnehmen», sagt Schibli. Besonders fest wird er an seinen Freund Frank denken.
«Das ist alles, was mir geblieben ist»: Der Churer Alex Schibli zeigt einen Badge und einen Schlüssel. Am 11. September kam er zu spät zur Arbeit, weil er sich mit seinem Sohn stritt.