Schettino über das Costa-Drama: Am Ruder war die beförderte Putzkraft!

GROSSETO (I) - In einem Interview erklärt Kapitän Francesco Schettino seine Sicht der Unglücksnacht vor Giglio. Dabei betont er, dass er sich nicht wie ein Feigling von Bord der Costa Concordia gemacht habe.

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Können diese Augen lügen? Schettino im Interview mit Rai Tre.

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13. Januar 2012: Die Costa Concordia fährt vor der Mittelmeerinsel Giglio auf einen Felsen auf. Der 290 Meter lange Kreuzfahrtkoloss beginnt zu sinken. Unter den 4200 Passagieren bricht Panik aus. Rettungsboote sind Mangelware. In jener Nacht sterben 32 Menschen.

«Sofort habe ich ein Manöver eingeleitet»

Ein Schuldiger ist schnell gefunden: Kapitän Francesco Schettino soll das Boot nicht nur zu nah am Ufer vorbeigeführt haben, er soll sich nach der Havarie auch als einer der Ersten in Sicherheit gebracht haben. Noch vor seinen Passagieren!

Am Sonntag spricht Schettino auf «Rai Tre» über jene Nacht, die sein Leben verändert hat. «La Nazione» hat bereits heute Teile des Interviews veröffentlicht.

«Ich sah, wie schaumige Wellen gegen die Felsen schlugen. Ein Zeichen für flaches Wasser», sagt Schettino. «Sofort habe ich ein Manöver eingeleitet.»

Zu diesem Zeitpunkt ist das Schiff bereits gefährlich nahe am Ufer. Das hätte gar nicht erst passieren dürfen. Was hat Kapitän Schettino veranlasst, das zuzulassen?

«Es gibt sehr viele internationale Vorschriften, welche die Verantwortung zwischen Küstenwache und Kapitän regeln. Wer hier letztlich die Verantwortung trägt, wird sich am Ende des Prozesses zeigen.»

Wurden Befehle missachtet?

Schettino muss sich wegen fahrlässiger Tötung in mehreren Fällen, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffs in Seenot vor Gericht verantworten.

Nicht am Prozess dabei ist Steuermann Jacob Rusli Bin. Schettino sagt, als er die Felsen sah, habe er ihm die Anweisung gegeben, erst nach rechts und dann nach links zu drehen. Doch der Steuermann macht das Gegenteil. Hat er die Befehle des Kapitäns missachtet? «Was soll ich dazu sagen?», fragt Schettino.

Rusli Bin war am Unglückstag gerade mal 20 Tage im Einsatz als Steuermann. Zuvor war er als Maler und Reinigungskraft tätig.

«Hätte ich mich nicht gerettet, ich wäre ins Wasser gefallen»

Nach der Havarie ist er untergetaucht. Medienberichten zufolge hat Interpol ihn Monate später in Indonesien aufgespürt. Zu einer Aussage am Prozess in Grosseto hat er sich jedoch nicht bereiterklärt.

Unabhängig der Verantwortung für die Katastrophe bleibt die Frage, weshalb sich Schettino noch vor seinen Passagieren von Bord gegangen ist.

Das sei nicht so gewollt gewesen, verteidigt sich der Kapitän: «Das Schiff hatte Schlagseite. Hätte ich mich nicht ins Boot gerettet, ich wäre ins Wasser gefallen.» (mad)

Publiziert am 09.10.2014 | Aktualisiert am 09.10.2014
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Unglücks-Kapitän Francesco Schettino hat den Tod von 32 Passagieren seines Schiffs Costa Concordia zu verantworten. play
Unglücks-Kapitän Francesco Schettino hat den Tod von 32 Passagieren seines Schiffs Costa Concordia zu verantworten. ZVG
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1 Kommentare
  • andré  gubelmann aus belmonte
    10.10.2014
    Auf dem Schiff gibt es kein rechts und links,sondern nur Steuerbord und Backbord.