Finnen sauer auf Berlusconi: «Schande für Italien und Europa»

  • Publiziert: 11.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

HELSINKI – Silvio Berlusuconi hat nicht nur zuhause Ärger mit seiner Frau. Auch die Finnen sind sauer auf Italiens Premier. Wegen einer dummen Bemerkung.

Für Italiens mächtigsten Mann ist es ein stürmischer Frühling: Zuerst startet seine Ehefrau Veronica Lario (52) einen Rosenkrieg via Medien und reicht öffentlich die Scheidung ein. Und nun fliegen die diplomatischen Fetzen mit Finnland.

Der Grund: Berlusconis freche Äusserung über finnische Kirchen. «Ich war einmal zu Besuch in Finnland. Wir haben früh am Morgen drei Stunden fahren müssen, um eine Holzkirche aus dem 18. Jahrhundert zu besichtigen. Bei uns hätte man so eine Kirche zerstört.» Berlusconis Rettungsversuch nach seiner verbalen Abrissbirne gegen die Holzkirchen hat die Sache auch nicht besser gemacht: «Ich liebe die Finnen und Finninnen, Hauptsache sie sind älter als 18 Jahre.»

Das kommt beim finnischen Ex-Aussenminister Erkki Tuomioja gar nicht gut an. Er bezeichnete Berlusconi als «Schande nicht nur für Italien, sondern für ganz Europa».

Die finnische Zentrumspartei nahm die Aussagen zum Anlass, für ihre EU-Kandidaten zu werben. Diese seien geeignet, «Politikern von der Sorte Berlusconis, die aus heiterem Himmel zur Zerstörung der Holzkirche von Petäjävesi» aufrufen könnten, in Brüssel Einhalt zu gebieten.

Mit Hilfe seines Vermögens und seiner «erschreckend weitreichenden» medialen Machtposition habe Berlusconi wiederholt Anklagen wegen Korruption und anderen Gesetzesbrüchen im Sand verlaufen lassen, schimpfte Tuomioja in seinem Blog weiter. Berlusconi sei zwar demokratisch legitimiert, das seien allerdings auch die Hamas in Palästina und Wladimir Putin in Russland. (SDA/zum)

play Autsch, Herr Berlusconi: Nach seiner Frau machen auch die Finnen Ärger. (AP)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für Vierjährigenbullet
3 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet

Ausland