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Jetzt könnte alles ganz schnell gehen. Mit der Verabschiedung der Resolution über die Flugverbotszone über Libyen im Uno-Sicherheitsrat, starteten die militärischen Planspiele hinter den Kulissen. Die ersten Angriffe gegen die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi sollen nach französischen Angaben schon «in einigen Stunden erfolgen».
Regierungssprecher Francois Baroin konkretisierte am Morgen: Frankreich werde sich daran beteiligen. Wann, wo und in welcher Form die Angriffe stattfinden würden, wolle er im Moment nicht mitteilen. Auch Norwegens Verteidigungsministerin Grete Faremo kündigte eine Beteiligung ihres Landes an der Militärintervention an.
Sofortige Mobilisierung möglich
Aus Londoner Parlamentskreisen verlautete gestern, britische Einheiten für Luftangriffe könnten sofort mobilisiert werden. In US-Regierungskreisen hiess es, die Massnahmen zur Durchsetzung des Flugverbots könnten am kommenden Sonntag oder Montag beginnen. Um die libysche Luftwaffe auf den Boden zu zwingen, könnten Kampfjets, Bomber und Aufklärungsflugzeuge eingesetzt werden.
Der Stabschef der US-Luftwaffe, General Norton Schwartz, erklärte jedoch vor dem Kongress, die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen könnte rund eine Woche dauern.
«Wir würden zweifelsohne sowohl Einheiten aus Europa als auch aus den USA benötigen», sagte Schwartz: «Für mich ist es keine Frage, ob wir es tun können, sondern ob wir sollten und – wenn ja – wie.»
China lehnt militärische Gewalt ab
China bekundete «ernsthafte Vorbehalte» gegenüber der Libyen-Resolution, bei deren Verabschiedung sich die Volksrepublik der Stimme enthalten hatte. Aussenamtssprecherin Jiang Yu sagte: «Wir lehnen die Anwendung militärischer Gewalt in internationalen Beziehungen ab.» Einigen Aspekten der Resolution stehe China äusserst skeptisch gegenüber.
Ein Sohn Gaddafis sagte, seiner Familie machten die angekündigten Luftangriffe «keine Angst». Die Bombardierung Libyens, die Tötung von Libyern helfe den Menschen nicht, sagte Seif al-Islam Gaddafi der Sendung ABC News Nightline aus der libyschen Hauptstadt Tripolis.
Libyen schliesst Luftraum für alle Flüge
Jetzt hat Libyen nach Angaben der europäischen Flugkontrolle seinen Luftraum komplett für alle Flüge geschlossen. Unterdessen berät der Nato-Rat die Konsequenzen der UNO- Entscheidung zu einem Flugverbot über Libyen.
Das Gremium wolle am Freitagmorgen in Brüssel zu einem Sondertreffen zusammenkommen, wie Nato-Sprecherin Oana Lungescu mitteilte. Die Nato-Botschafter wollen über die Auswirkungen der UNO- Resolution debattieren sowie Planungen für «alle Möglichkeiten» vorantreiben.
In der Mitteilung war nicht explizit von Luftschlägen die Rede. Für eine mögliche Nato-Operation seien eine gesicherte regionale Unterstützung und eine klare gesetzliche Grundlage nötig, hiess es. Unter diesen Bedingungen «ist die Nato bereit, um als Teil einer breiten internationalen Anstrengung zu handeln». (SDA/gtq)
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Muammar al-Gaddafi: Wie reagiert er auf die Uno-Resolution. (Reuters)