Sarkozy droht mit Olympia-Boykott

  • Publiziert: 05.04.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

PARIS – Erstmals hat ein Staatschef offen damit gedroht, die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele zu schwänzen: Nicolas Sarkozy bleibt zuhause, wenn China nicht mit dem Dalai Lama über Tibet rede.

Sarkozy werde nur dann an dem feierlichen Auftakt der Sommerspiele am 8. August teilnehmen, wenn es einen Dialog zwischen dem im indischen Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter und der chinesischen Führung gebe. Ausserdem müssten politische Gefangene freigelassen und die Gewalt gegen Tibeter gestoppt werden, teilte die französische Regierung mit.

DIe Antwort der Chinesen kam prompt: Wenn jemand nicht teilnehmen wolle, sei dies seine «persönliche Angelegenheit», konterte Sun Weide, Sprecher des Pekinger Olympia- Organisationskomitees.

Das Internationale Olympische Komitee übt sich derweil in Durchhalteparolen. Präsident Jacques Rogge hat erneut betont, dass die Vergabe der Olympischen Spiele an China richtig gewesen sei und er derzeit keine Boykottbewegung sehe. Zugleich kündigte er an, beim Treffen der IOC-Exekutive in Peking einen Bericht von Amnesty International diskutieren zu wollen. (SDA/bih)

Olympisches Feuer in St. Petersburg

Unterdessen wurde das olympische Feuer in St. Petersburg von einer 80-köpfigen Staffel über 20 km vom Soldatendenkmal des Zweiten Weltkrieges im Süden der Stadt bis zum ehemaligen Winterpalast der Zaren getragen. Erste Läuferin auf der von Soldaten abgeschirmten Strecke war vor rund 2000 Zuschauern auf dem Siegesplatz Galina Sybina, die heute 77 Jahre alte Kugelstoss- Olympiasiegerin von 1952. Angekündigt hatten sich schon am Freitag Demonstranten, die in der Tibet-Angelegenheit für die Einhaltung der Menschenrechte gegen Chinas Regierung protestieren wollten.
play Klare Worte des französischen Präsidenten. Ob diesen auch Taten folgen werden? (Reuters)

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