Russland statt China Trump pflügt die Weltordnung um

Während Trump alte Prinzipien der amerikanischen Chinapolitik in Frage stellt, sucht er bessere Beziehungen zu Russland.

Donald Trump bei einem Auftritt in Orlando (Florida, USA) am Freitag. play

Donald Trump bei einem Auftritt in Orlando (Florida, USA) am Freitag.

AP Photo/Willie J. Allen Jr.

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Der designierte US-Präsidenten Donald Trump sorgt bereits vor seinem Amtsantritt für diplomatische Verstimmungen mit China. Wie so oft via Twitter. Am Samstag verurteilte er Chinas Beschlagnahmung einer amerikanischen Forschungsdrohne im südchinesischen Meer als «beispiellose Tat».

Gestern stichelte der Republikaner weiter: «Wir sollten China sagen, dass wir die gestohlene Drohne nicht zurückhaben wollen. Lasst sie das Teil behalten.»

Im Wahlkampf hatte Trump China als Ursache des amerikanischen Niedergangs dargestellt. «China hat unsere Jobs», sagte der Republikaner und kündete Strafzölle auf chinesische Exporte an.

Es scheint immer wahrscheinlicher, dass diese Aussagen nicht nur reine Provokationen waren, sondern Anzeichen für eine grundlegend neue amerikanische Aussenpolitik. 

Anfang Dezember verursachte der künftige US-Präsident einen Eklat: Die Präsidentin von Taiwan durfte ihm telefonisch zu seiner Wahl gratulieren. Das war ein Bruch mit der amerikanischen Ein-China-Politik, auf der die diplomatischen Beziehungen der beiden Länder seit 1979 beruhen.

Nach dieser aussenpolitischen Doktrin gibt es aus offizieller amerikanischer Sicht keine souveräne taiwanische Regierung. Taiwan ist einfach eine Insel, die zu China gehört.  

Russland als Partner

Die Ein-China-Politik gilt als Pfeiler der internationalen Ordnung. Trotzdem blieb die chinesische Führung nach dem Telefonat ruhig und erklärte den Eklat mit Trumps aussenpolitischer Unerfahrenheit.

Aber schon zehn Tage später doppelte Trump in einem Fernsehinterview nach: «Ich weiss nicht, warum wir durch die Ein-China-Politik gebunden sein sollen.»

Nun reagierte das chinesische Aussenministerium: Es könne keine gesunde Entwicklung geben, wenn die Grundlagen der wechselseitigen Beziehung zerstört werden. 

Auch andere Entwicklungen deuten daraufhin, dass der neue US-Präsident die internationale Ordnung umpflügen will. Statt auf China setzt Trump offenbar auf eine Partnerschaft mit Russland.

Trumps designierter Aussenminister Rex Tillerson, bisher Chef des Ölriesen ExxonMobil, wurde von Putin mit einem Freundschaftsorden ausgezeichnet und steht im Ruf, hervorragende Verbindungen nach Moskau zu haben.

Auch der neue Sicherheitsberater Michael Flynn, ein früherer US-General, unterhält enge Beziehungen zum Kreml. Es scheint ganz so, als ob Trump das Machtdreieck neu ausrichten will: Mit Russland gegen China. (pfc)

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 12.01.2017
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12 Kommentare
  • Silvia  Geiger aus Santa Fe
    19.12.2016
    Für viele Amerikaner ist Trump ein Grossmaul und Besserwisser und sie warten lediglich darauf in 4 Jahren eine kompetente Person ins weisse Haus zu schicken. In der Zwischenzeit hoffen hoffen sie dass "Trumpov "nicht zuviel Schaden anrichtet.
  • Peter  Weber aus Zürich
    19.12.2016
    China hat Geld aber kein Öl, das kann Trump nicht brauchen. Ich tippe mal darauf das Trump und Putin auch Ölprinzen werden wollen und China ist als Bodenschatzimporteuer auch ein Konkurrent. Europa hat wieder nix schlaues gemacht und steht mit leeren HÄNDEN DA.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    19.12.2016
    Es ist sicher nicht schlecht, wenn die bisherige Weltordnung umgekrempelt wird, sind doch in den letzten Jahren viele unnötige Kriege geführt worden, auf Grund falscher Vermutungen (Irak, Syrien, Lybien etc.) und Irreführungen der Völker durch ihre Politiker. Nur ist abzusehen, dass bei einer Annäherung von Amerika an Russland leider Europa das Opfer sein und die Zeche bezahlen wird, da in diesem Fall Welthandel und Politik durch diese beiden Supermächte bestimmt werden. Gute Nacht Europa !
    • Landre  Marb , via Facebook 19.12.2016
      Sie unterschätzen anscheinend China. Vielleicht weil es für uns immer noch als fernöstlicher Exot da steht, trotzdem ist dessen Wirtschaft (Finanz- und Real- ) um einiges mächtiger und einflussreicher als Russland. Tillerson z.B. hat mit Öl (fossilen Ressourcen) zu tun und viel weniger mit Politik im Sinne von "neuer Weltordnung".
      USA die zukünftig das Öl und Gas auch bei den und mit den Russen mit Partnern holen ist das Eine, China zu "drohen" etwas Anderes...
    • Meyer  Roman aus Aarau
      19.12.2016
      Genau Frau Giezendanner, Sie haben recht.

      Warum soll Amerika alles in China Produzieren, auch uns ist es aufgefallen in den Ferien das fast alle Produkte in Amerika von China kommen.

      Präsident Trump holt die Arbeitsplätze retour und das ist richtig so.

      Wenn Russland und die USA wieder miteinander sprechen ist das für uns in Europa mehr als Gut.

      Europa muss sich auch anpassen und mit Russland wieder Sprechen und die Dummen Sanktionen aufheben.








  •   , via Facebook 19.12.2016
    Da ich kein Problem mit Thailand habe insbesondere mit der normal Bevölkerung.Werde ich auch nicht freiwillig mich verabschieden und die Druckversuche und Drohungen halte ich nun schon Jahre aus. Ihr könnt es euch aussuchen.
  • Koni  Kadir , via Facebook 19.12.2016
    Hinter dem was Trump kommuniziert, steckt mehr, als 16 Jahre Obama / Clinton. Der Bursche wird Nägel mit Köpfen machen, und davor hat das Establishment und all jene, die sich es in der vergangenen Ära gemütlich gemacht haben, Angst. Die, die nicht profitieren konnten, und das ist die Mehrheit, freut sich auf die Neuzeit.
    • Andreas  Eichenberger 19.12.2016
      Genau deshalb sind alles Leute die nicht zum Establishment gehören in seinem Team.
      Und genau so hat die SVP mit ihrer Politik v.a. den kleinen Leuten geholfen.
      Und genau so ist es im Geschäft, die lautesten sind die am besten Angesehenen, nicht die Fleissigen.
      Wir werden sehen. ich gehöre auch zur Mehrheit (Mieter, Schuldner, Angestellter), aber mir graut vor Trump und seinen Machenschaften.