Russland schaltet wegen Türkei UNO-Sicherheitsrat ein: Assad will keinen Waffenstillstand

Der UNO-Sicherheitsrat soll sich auf Antrag Russlands mit dem türkischen Beschuss von Kurden-Milizen in Syrien befassen. «Die russische Delegation ist zutiefst besorgt wegen der Gewaltanwendung der Türkei gegen das syrische Territorium», heisst es in einer am Montag verschickten E-Mail eines russischen Diplomaten an seine Kollegen im Sicherheitsrat.

Hoffnungen auf Waffenruhe in Syrien rücken weiter in Ferne

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Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters konnte das Schreiben, in dem die Sitzung für diesen Dienstag beantragt wird, einsehen. Es wird damit gerechnet, dass ein UNO-Vertreter den Rat über die Lage in Syrien im Laufe des Tages unter Ausschluss der Öffentlichkeit informiert.

Die Türkei hat am Montag den dritten Tag in Folge Stellungen der kurdischen YPG in Syrien beschossen, um deren Vorstoss auf die acht Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernte Stadt Asas zu stoppen. Die YPG wird von Russland unterstützt. Sie steht aber auch der in der Türkei als Terrororganisation eingestuften kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe.

Verbündete: der syrische Präsident Baschar al-Assad und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin (rechts) gestern im Moskau. play

Verbündete: der syrische Präsident Baschar al-Assad und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin (rechts) gestern im Moskau.

Reuters

 

Die Regierung in Ankara fürchtet, dass die YPG den letzten, etwa 100 Kilometer langen Abschnitt entlang der Grenze unter ihre Kontrolle bringen wird, den sie noch nicht beherrscht.

Die Spannungen zwischen der Türkei und Russland nahmen am Montag erheblich zu. Während Russland der Türkei vorwarf, das Einsickern von Dschihadisten nach Syrien zuzulassen, gab die Regierung in Ankara der russischen Armee die Schuld für einen Raketenangriff auf ein Kinderspital in Asas.

Derweil erklärte Syriens Präsidente Baschar al-Assad, dass eine Feuerpause nicht bedeute, dass alle Waffen schweigen. «Ein Waffenstillstand impliziert vor allem, dass die Terroristen von der Stärkung ihrer Positionen abgehalten werden.», sagte Assad am Montag im syrischen Fernsehen. Eine Waffenruhe innerhalb einer Woche herbeizuführen, hält er für unmöglich.

Eine Lösung der Syrien-Krise sehe er in lokalen Versöhnungsvereinbarungen, erklärte Assad. Politische Veränderungen im Land müssten auf den Boden der bestehenden Verfassung erfolgen. Eine Übergangsregierung wäre eine Abkehr von der gegenwärtigen Verfassung. Wenn man mit dieser nicht mehr arbeiten wolle, müsse man sich im Dialog auf eine neue einigen, über die die Syrer abstimmen müssten.

Der Türkei und Saudi-Arabien warf der Staatschef vor, sie versuchten schon seit zwei Jahren, militärisch in Syrien einzugreifen. (SDA)

Publiziert am 16.02.2016 | Aktualisiert am 16.02.2016
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Aufnahmen aus dem Bombenhagel Der brutale Alltag in Syrien

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38 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 17.02.2016
    Viele hier beschweren sich wegen der Einmischung in andere Regierungen, dabei macht ihr doch nichts anderes! Ihr verurteilt die Türkei aus der Ferne mit wilden Spekulationen, ohne die wahren Hintergründe zu kennen! Ihr wettert gegen ein ganzes Land, aber Erdogan ist nicht "die Türkei". Dort leben ausser den Kurden auch noch andere Menschen, die nur ihren Frieden wollen!
    Und - das Volk muss aus Syrien fliehen, nicht aus der Türkei.


  • Jakob  Suter 16.02.2016
    Syrien ist das Land der rechtmässigen Regierung Assat und da hat keine Armee der Welt etwas verloren ausser Putin also würde ich sagen es wird jeder fremde Jet egal von wem abgeschossen und jeder Fremde Panzer wird vernichtet
  • Roger  Wyr 16.02.2016
    Fragt sich den keiner was die Russen in Syrien suchen?
    Sie haben tausende Zivilisten, Frauen und Kinder getötet und niemand macht was dagegen! :(
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    16.02.2016
    Die Türken führen sich auf, als wenn sie die Weltmacht Nr.1 wären. Dabei machen sie eine ganz hinterhältige Politik: Kaufen gestohlenes Öl von der IS, lassen IS-Terroristen nach Syrien einreisen, schiessen russische Flugzeuge ab, die die IS bekämpfen, kassieren von der EU Milliarden für Verpflegung der Flüchtlinge, die sie dann doch zu uns weiterschieben, bombardieren die Kurden, die gegen die IS kämpfen_und der Westen unterstützt diese korrupte Türkei, die immer noch vom Islam in Europa träumt.
    • Cengiz  Kazanova aus Potsdam
      16.02.2016
      Frau Giezendanner,
      Für Sie ist YPG ableger der Terrororganisation PKK keine Terroristen,aber die IS ist für Sie Terroristen.
      Für uns Türken sind beide Terroristen,das ist der kleine unterschied zwischen Sie und uns !
  • Werner  Steingruber aus Flawil
    16.02.2016
    und putin unterstützt ihn auch noch dabei.und andere länder schauen dabei in die röhre.