Russische Survival-Show à la «Hunger Games» Wer überlebt, gewinnt

Ein russischer Unternehmer plant eine Reality-Show, die an den Hollywoodstreifen «Die Tribute von Panem» erinnert. Dreissig Teilnehmer werden in der sibirischen Taiga ausgesetzt.

Jennifer Lawrence in «Die Tribute von Panem» («The Hunger Games»).  play
Jennifer Lawrence in «Die Tribute von Panem» («The Hunger Games»).  Lionsgate

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Das Ziel der Sendung ist so banal wie brutal: überleben. Die Teilnehmer der geplanten Reality-Show «Game2: Winter» müssen sich neun Monate lang in der sibirischen Wildnis durchschlagen – bei Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius.

Das Konzept der moralisch mehr als fragwürdigen russischen Sendung, die ab Juli 2017 über die Bildschirme flimmern soll, ist angelehnt an den Hollywood-Blockbuster «Die Tribute von Panem». Maximal 100 Kilo Gepäck dürfen die Teilnehmer in die sibirische Taiga mitnehmen, ausser einem Messer sind Waffen verboten. Was die dreissig Frauen und Männer dort erwartet, sind nicht nur eisige Temperaturen, sondern auch Wildtiere wie Bären und Wölfe.

 In der Show soll alles erlaubt sein – auch Mord und Vergewaltigung. play
 In der Show soll alles erlaubt sein – auch Mord und Vergewaltigung.

Selbstverständlich würden Sicherheitsmassnahmen getroffen, sagt Erfinder Jevgeny Pyatkowsky zum russischen Newsportal «Sputnik». Aber angesichts der Grösse des Areals – rund 900 Hektaren, auf denen 2000 Kameras installiert werden sollen – könne es halt eine halbe Stunde dauern, bis ein Helikopter vor Ort sei.

1,65 Millionen Franken Siegerprämie

Unternehmer und Millionär Pyatkowsky will die Sendung in mehreren Sprachen ausstrahlen, und auch die Kandidaten sollen nicht nur aus Russland kommen. Via Homepage der Show kann sich jeder Lebensmüde, der über 18 Jahre alt und «psychisch gesund» ist, für die Sendung bewerben.

Wer am meisten Support von der Fangemeinde bekommt, erhält ein Ticket in die Taiga. Direkt dabei ist zudem, wer bereit ist, zehn Millionen Rubel (umgerechnet rund 170’000 Franken) zu bezahlen. «Reich und risikofreudig» bezeichnet Pyatkowsky gegenüber der «Siberian Times» denn auch seine Zielgruppe.

Der russische Unternehmer Jevgeny Pyatkowsky hat sich das Sendungskonzept ausgedacht. play
Der russische Unternehmer Jevgeny Pyatkowsky hat sich das Sendungskonzept ausgedacht. vk.com

«Risikofreudig» ist allerdings stark untertrieben. Laut dem Erfinder der Sendung lehne die Show jegliche Verantwortung und Haftungsansprüche ab. Man werde nichts zahlen, selbst wenn Kandidaten «umgebracht oder vergewaltigt» würden, lässt sich Pyatkowsky zitieren.

Einen entsprechenden Vertrag müssten die Teilnehmer vorher unterzeichnen. Dem Gewinner der Sendung winken 100 Millionen Rubel (rund 1,65 Millionen Franken). Überleben mehrere bis zum Show-Ende im April 2018, müssen sie sich den Gewinn teilen.

Der Überlebenskampf der 30 Kandidaten will der skrupellose sibirische Unternehmer 24 Stunden täglich live streamen. Er ist überzeugt: «Das wird ein sehr unterhaltsames und pädagogisches Projekt.» (lha)

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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7 Kommentare
  • Peter  Graser 19.12.2016
    Wenn die Leute schlau sind, halten sie zusammen, unterstützen sich gegenseitig und gehen nach neun Monaten mit je 55000 EUR nach Hause. Das ist nicht schlecht in Russland.
  • Georgio  Alberone aus Basel
    19.12.2016
    Naja, dieses alleine ausgesetzt sein ist ja vor allem PR, denn die Kandidaten werden ja 24h pro Tag von einem Kamerateam begleitet. Also so einsam wie alle Kandidaten in diesen Live-Survival-Shows. Ich finde es immer ein bisschen lächerlich wenn der Survival-Experte dort in die laufende Kamera (die sichtbar bedient ist, also nicht von ihm aufgestellt) sagt dass er ganz alleine und auf sich gestellt sei und niemand weit und breit...
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    19.12.2016
    Ich finde das Super. Es hat jeder die Wahl mitzumachen oder eben nicht. Wo liegt das Problem? Mündige freie Menschen dürfen wählen - niemand wird gezwungen mitzumachen. Schön mischt sich wenigstens in Russland der Staat nicht überall ins Privatleben ein. Wäre ich 20 Jahre jünger würde ich mich bewerben.
  • Köbi  Karrer 19.12.2016
    Was soll daran moralisch verwerflich oder skrupellos sein? Es soll Leute geben, die steigen auf den Mount Everest und frieren sich die Zehen ab. Es soll Basejumper geben, die gelegentlich auf dem Boden aufknallen. Alle 3 haben eins gemeinsam, sie tun es freiwillig. Das Problem unserer Mainstream Journalisten liegt wohl darin, dass es russisch ist!
    • Markus  Ackermann 19.12.2016
      Das Problem liegt darin, das einer viel Geld bietet für das überleben. Und dieses Geld muss man sich mit anderen überlebenden teilen. Sollte etwas passieren, grenzt das schon fast an Begünstigung einer Straftat oder Anstachelung.
      Der Freie Wille den jeder hat, darf jeder soweit ausüben sofern andere nicht tangiert werden.

  • sixtus  hochstrasser aus villmergen
    18.12.2016
    Das Millionenspiel ist ein Fernsehfilm aus dem Jahre 1970 von Tom Toelle. Das Drehbuch dazu verfasste Wolfgang Menge, der dafür die Kurzgeschichte The Prize of Peril des US-amerikanischen Schriftstellers Robert Sheckley adaptierte. Darin geht es um eine Fernsehshow, in der ein Kandidat eine Woche lang vor Auftragskillern flüchten muss. Die Bevölkerung ist dabei ausdrücklich dazu aufgerufen, ihm entweder zu helfen oder ihn auffliegen zu lassen.

    das wird die Zukunft der samstagabendunterhaltung.