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Die russische Truppen blockieren erneut die georgische Hafenstadt Poti am Schwarzen Meer. «Vor ein paar Minuten sind sie in Panzern nach Poti eingedrungen», sagte ein Augenzeuge. «Einige von ihnen tragen blaue Abzeichen, dürften also zur Friedenstruppe gehören.» Die Panzer seien nicht bis zum Hafen an der Schwarzmeerküste gerollt, sondern fuhren direkt zu einem Militärstützpunkt.
Worte wie im Kalten Krieg
Auch auf höchster politischer Ebene ertönen harsche Worte. Erst nahm warnte Condoleezza Rice vor einer Isolierung Russlands: «Ich gehe davon aus, dass die Russen verstanden haben, dass ein Überspannen des Bogens tief greifende Konsequenzen für ihre Stellung im internationalen Staatensystem haben wird», sagte die Aussenministerin der USA in Washington. Russland müsse «anfangen, aus dem Loch herauszukommen, in dem es steckt», fügte Rice laut «Spiegel» hinzu.
Doch in Moskau gaben Putin und Co. die Kritik postwendend zurück: Die USA müsse sich entscheiden zwischen Russland und Georgien, und sich zu einer «echten Partnerschaft bekennen», sagte der russische Vizepremier Iwanow. Zur Rolle Russlands im Kaukasus meinte Iwanow: Jedes zivilisierte Land hätte sich genauso verhalten.
Leichte Entspannung in Gori
Während auf diplomatischer Ebene gestritten wird, zählen die Menschen im Kriegsgebiet immer noch ihre Toten und versuchen verzweifelt, Ruhe und Ordnung einigermassen wiederherzustellen.
In der georgischen Stadt Gori gab es heute Morgen zumindest Anzeichen der Entspannung. Georgische Behörden und die russischen Streitkräfte teilten mit, dass die Situation in der Stadt 60 Kilometer vor Tiflis unter Kontrolle sei. Doch dass die Russen wie versprochen aus Gori abzogen, bestreitet Georgien. Es seien im Gegenteil «zusätzliche Kräfte» stationiert worden.
Die geflohenen Einwohner der Stadt könnten laut den örtlichen Behörden in ihre Häuser zurückkehren. Zuvor hatte es aus der Stadt Berichte über Plünderungen durch marodierende Soldaten gegeben.
Russland hat von Georgien einen vertraglich fixierten Gewaltverzicht gefordert. Die Regierung in Tiflis solle sich in einem Abkommen dazu verpflichten, ihre abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien nicht anzugreifen. (SDA/bih)
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Nimmt kein Blatt vor den Mund : US-Aussenministerin Condoleezza Rice. (Reuters)