Rückkehr der Geiseln nie zugesagt!

  • Aktualisiert am 13.01.2012

Ist die Libyen-Affäre ein einziges Missverständnis? Das behauptet zumindest der libysche Vize-Aussenminister Khaled Kaim.

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat sich in Tripolis für die Verhaftung von Gaddafis Sohn Hannibal in Genf entschuldigt. Im Gegenzug sollten die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geiseln freigelassen werden. Soweit die bekannte Version der Libyen-Affäre. Dem widerspricht nun der libyische Vize-Aussenminister in der «NZZ am Sonntag».

Libyen habe Merz bei seinem Besuch in Tripolis nicht versprochen, die beiden festgehaltenen Schweizer könnten noch im August ausreisen. Vereinbart worden sei, dass in diesem Zeitraum etwas unternommen werde.

Der libysche Premierminister habe somit sein Versprechen eingehalten, denn der Generalstaatsanwalt habe die beiden Schweizer vor dem Monatsende zwei Mal getroffen. Und die libysche Regierung könne nicht den Generalstaatsanwalt antreiben, sagte Kaim weiter.

Möglicherweise liege ein Missverständnis vor, wenn in der Schweiz eine gewisse Empörung herrsche. Die Vereinbarung zwischen beiden Ländern sei am 20. August unterzeichnet worden, und schon wenig später seien die Beiden einvernommen worden.

Die Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz voll zu normalisieren, werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Kaim. Dies aus technischen, nicht aus politischen Gründen. Ein Treffen mit dem Schweizer Aussenministerium sei am 4. September vereinbart gewesen, aber Libyen habe andere Verpflichtungen gehabt. Das Treffen sei deshalb verschoben worden. (SDA)

Was genau hat Bundespräsident Hans-Rudolf Merz mit der libyischen Regierung vereinbart?- AP

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