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Nach dem Zwischenfall im slowenischen Atomreaktor Krsko haben die slowenischen Behörden einen Fehler bei der Benachrichtigung der zuständigen Behörden eingeräumt. Der Zwischenfall sei im benachbarten Österreich zunächst als Übung der Strahlenschutzbehörde gemeldet worden, hiess es nach slowenischen Medienberichten.
Das Vertrauen in das slowenische Alarmsystem ist jetzt jedoch massiv infrage gestellt. Der österreichische Umweltminister Josef Pröll verlangt von Sloweniens Regierung eine Aufklärung des Zwischenfalls.
Zunächst sei aus Versehen ein falsches Formular benutzt worden, sagte der Leiter der slowenischen Atomschutzbehörde, Andrej Stritar. Dieser Fehler sei später korrigiert worden, sagte er gegenüber dem slowenischen Fernsehsender TVS.
Die EU-Kommission hatte nach dem Vorfall über ein spezielles Warnsystem alle 27 Mitgliedsstaaten der EU informiert. Das slowenische Umweltministerium zeigte sich wegen des europaweiten Alarms jedoch erstaunt, da die Behörden in Ljubljana den Zwischenfall selbst als «eher gering» einstuften.
Aus dem «primären System» des Atomreaktors sei Wasser ausgetreten, hiess es nach Angaben der slowenischen Atomsicherheitsbehörde. Daraufhin sei der nahe der kroatischen Grenze gelegenen Meiler schrittweise vorsorglich abgeschaltet worden.
Menschen und Umwelt seien nicht gefährdet worden. Auch von der EU kam Entwarnung: «Die Lage kann als vollständig unter Kontrolle betrachtet werden», schrieb die EU-Behörde. Gemäss dem österreichischen Umweltministerium wurde keine erhöhte Radioaktivität in Österreich gemeldet.
Das deutsche Umweltministerium warnte vor «unnötiger Dramatik». Bei dem europaweiten Alarm handle es sich um ein Schnellinformationssystem der EU.
Das Atomkraftwerk Krsko im Südosten Sloweniens ist bereits vor knapp fünf Jahren wegen einer Störung vorübergehend abgeschaltet worden. Der vor 31-jährige Meiler ist das einzige Atomkraftwerk auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. Er gehört zur Hälfte Slowenien und Kroatien. Es produziert etwa 20 Prozent des slowenischen und 15 Prozent des kroatischen Strombedarfs. Vor allem österreichische Umweltschützer fordern seit Jahren die Stilllegung des Atomkraftwerks.