Robbenschlächtern geht die Nahrung aus

  • Aktualisiert am 03.01.2012

TORONTO – Eigentlich wollten sie den Robbenbabys an den Kragen gehen, jetzt geht es für die Robbenjäger selbst um Leben und Tod: Seit Tagen sitzen sie im Eis fest und ihre Vorräte gehen zur Neige.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Den Besatzungen von rund 90 im Packeis vor Neufundland festsitzenden Robbenjäger-Booten gehen die Lebensmittel- und Brennstoffvorräte aus. «Ihnen wird allmählich bange, weil sie schon seit acht oder zehn Tagen da draussen sind», sagte ein Hauptmann der kanadischen Küstenwache.

Weil ein starker Nordostwind immer mehr Eisschollen an die Küste Neufundlands und des südlichen Labradors presst, können die Retter nicht zu den Robbenfängern durchdringen. Erst zehn Boote konnte die Küstenwache gestern in Häfen schleppen, als der Sturm kurz nachliess.

«Die Bedingungen da draussen mit dem Eis sind furchtbar», sagte ein Bergungsleiter. «Wir warten darauf, dass die Windrichtung wechselt, der Druck nachlässt und wir unsere Arbeit machen können.» Einige Boote wurden von dem Eis aus dem Wasser gedrückt und kippten um.

Das ungewöhnlich dichte Packeis hat die dritte und grösste Phase der umstrittenen jährlichen Robbenjagd gedrosselt. Die kanadische Regierung hat 270‘000 Robben zum Abschuss freigegeben. Trotz Einfuhrverbote für Robbenfelle in den USA und der EU ist die international umstrittene Jagd noch immer ein lukratives Geschäft.

Ein Eisbrecher der Küstenwache konnte zu einem eingeschlossenen Robbenfänger-Boot vordringen. 90 weitere sitzen aber noch fest.- AP

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