Riesen-Party in Berlin

  • Publiziert: 09.11.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

BERLIN – Hohe Gäste aus aller Welt feiern mit den Berliner den Mauerfall vor 20 Jahren. Die Mauer wurde noch einmal symbolisch eingerissen.

Symbolischer konnte es nicht sein: Kanzlerin Angela Merkel und zahlreiche Staats- und Regierungschefs durchschritten heute Abend das Brandenburger Tor in Berlin, das Sinnbild für ein wiedervereinigtes Deutschland und den Mauerfall am 9. November 1989.

«Für mich war es der glücklichste Moment meines Lebens», sagte Merkel in ihrer Ansprache. Anschliessend fiel die Mauer noch einmal – sie war allerdings nicht aus Beton gefertigt, sondern aus Styropor- Dominosteinen. Den ganzen Tag lang feierten Zehntausende das Mauerfall-Jubiläum in der deutschen Hauptstadt.

Der 9. November sei «wahrhaft eine glückliche Stunde der deutschen und europäische Geschichte» sagte Merkel. Sie erinnerte dabei auch an die Reichspogromnacht vor 71 Jahren.

Freiheit müsse immer wieder erkämpft und verteidigt werden, mahnte sie. Die Feiern am Brandenburger Tor waren der Höhepunkt des offiziellen Jubiläums, das grösstenteils bei strömenden Regen stattfand.

Friedliches Europa

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat den Mauerfall vor 20 Jahren als entscheidenden Schritt zum vereinten und friedlichen Europa gewürdigt.

Die Männer und Frauen, die gegen die Berliner Mauer kämpften, hätten einen «Traum von Europa» gehabt, sagte Sarkozy in seiner Ansprache heute Abend bei der Feier am Brandenburger Tor.

Das zeigten besonders die Beispiele von Deutschland und Frankreich, die sich in zwei Weltkriegen gegenüber standen und nun friedliche Nachbarn seien. «Wenn Europa für Frieden steht, sind es vor allem das deutsche und das französische Volk.»

Sarkozy dankte der Berliner Bevölkerung. «Es waren die Berliner, die die Mauer der Schande zerstört haben. Diese Mauer, Sie haben sie niedergerissen.» Den Zehntausenden Besuchern am Brandenburger Tor rief Sarkozy zu: «Wenn ich glücklich bin, hier zu sein, dann deswegen, weil der Fall der Mauer eine Befreiung war.»

Der britische Premier Gordon Brown sagte, der Mut der Berliner habe die ganze Welt verändert. Niemand werde ein Volk wieder einkerkern können, das die Kraft der Freiheit kennengelernt habe.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew erinnerte daran, dass der Fall der Mauer auch durch die Ereignisse in der damaligen Sowjetunion möglich geworden sei. «Diese Mauer teilte auch ganz Europa», sagte Medwedew.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gedachte der vielen Mauertoten und der Opfer der DDR-Diktatur. Zugleich dankte er den Bürgerrechtlern für ihren Widerstand in der DDR. Bis vor 20 Jahren sei das Brandenburger Tor, an dem das Fest der Freiheit am Abend stattfand, «ein Ort des Schreckens» gewesen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon wandte sich in einer Grussbotschaft aus New York ans deutsche Volk. Der Mauerfall symbolisiere den Triumph der Menschen in ihrem Verlangen nach Freiheit.

Arbeit an Freiheit darf nie zu Ende gehen

US-Präsident Barack Obama hat den Deutschen zum Fall der Mauer vor 20 Jahren gratuliert. In einer von Aussenministerin Hillary Clinton als Video überbrachten Grussbotschaft sagte Obama: «Die Arbeit für die Freiheit darf nie zu Ende gehen.»

Der Fall der Mauer am 9. November vor 20 Jahren sei ein Zeichen für ein «starkes Ankämpfen gegen Tyrannei» gewesen. Hier seien die Rechte, die für alle gelten, wahrgenommen worden.

Hillary Clinton sagte vor dem Brandenburger Tor, mit der Maueröffnung sei nicht nur ein neues Kapitel für Deutschland, sondern für die ganze Welt aufgeschlagen worden. Berlin habe «im Zentrum eines neuen wohlhabenden Deutschland und eines neuen wohlhabenden Europa» gestanden.

Es gebe aber immer noch Millionen von Menschen, die getrennt seien, die hinter Mauern zurückgehalten würden. «Wir müssen für die Freiheit weiter kämpfen», sagte auch Hilary Clinton. (gca/SDA)

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