Nach Horror-Nacht in Gondel Mont-Blanc-Touristen endlich erlöst

Wegen eines Defekts sind 110 Menschen in einer Seilbahn am Mont-Blanc-Massiv steckengeblieben. 33 Touristen mussten sogar über Nacht in der Gondel bleiben, darunter ein Kind (10).

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Infolge eines technischen Defekts haben 33 Menschen die Nacht auf heute bei eisigen Temperaturen in einer Seilbahn hoch über den Gletschern des Mont-Blanc-Massivs verbringen müssen. Ein Rettungseinsatz wurde gestern Abend aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

Inzwischen konnte der technische Defekt behoben werden. Die 33 über Nacht gefangenen Touristen werden nun auf dem «normalen Weg» in Sicherheit gebracht, wie die französische Nachrichtenseite «ledauphine.com» berichtet.

Die Bahn wurde heute Morgen wieder in Gang gesetzt. Das sagt der Chef der Betreiberfirma, Mathieu Dechavanne, der Nachrichtenagentur AFP. Die betroffenen Touristen könnten nun an Bord der Gondeln den Boden erreichen.

400 Meter über dem Abgrund

65 Fahrgäste konnten bereits gestern Abend aus ihrer prekären Lage befreit werden; die meisten von ihnen wurden mit dem Helikopter aus den Kabinen der blockierten Seilbahn gerettet. An manchen Stellen schweben die Gondeln 400 Meter über dem Abgrund. Zwölf weitere Personen konnten sich am späten Abend mit Hilfe italienischer Rettungskräfte abseilen.

Zehnjähriges Kind unter Betroffenen

Den Eingeschlossenen wurden Decken, Wasser und Energienahrung zur Verfügung gestellt. In einer der festsitzenden Kabinen war nach Behördenangaben ein zehnjähriges Kind; ein Polizist stieg in die Kapsel, um dort mit der Familie die Nachtstunden zu verbringen.

I nsgesamt 110 Passagiere waren gestern Nachmittag in der Seilbahn steckengeblieben. Ihre Gondeln wurden angehalten, nachdem sich zwei Kabel der Seilbahn verheddert hatten.

Die betroffene Seilbahn verbindet im Mont-Blanc-Massiv die Aiguille du Midi mit der Pointe Helbronner. Jede der Gondeln bietet Platz für vier Personen. An der Bergungsaktion waren vier Helikopter aus Frankreich und Italien beteiligt.

«Sehr lange Stunde»

Die Geretteten von gestern Abend wurden auf die italienische Seite des Mont-Blanc-Massivs gebracht, wie Roberto Francesconi, Geschäftsführer der italienischen Mont-Blanc-Seilbahn Skyway erklärte. Von dort aus seien sie mit Bussen weitergefahren. Die betroffenen Touristen - hauptsächlich französische, italienische und amerikanische Staatsbürger - seien wohlauf.

Einer der Geretteten berichtete im Radiosender France Bleu Pays vom Ablauf der Aktion. Das Abseilen mit dem Helikopter sei sehr schwierig gewesen: «Ich habe die Augen geschlossen, um an etwas anderes zu denken», sagte er. An Bord der Kabine habe sich zuvor zunehmend Ungeduld breit gemacht. «Die letzte Stunde war sehr, sehr lang.»

Der Mont Blanc in Frankreich an der Grenze zu Italien ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen. (SDA/noo)

Publiziert am 08.09.2016 | Aktualisiert am 09.09.2016
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