Rettung für 200'000 eingeschlossene Jesiden Obama erlaubt Luftangriffe gegen Isis-Terroristen

WASHINGTON - Das US-Militär will «gezielt» von der Luft aus intervenieren, um die Kämpfer der Isis am Vorrücken auf Erbil zu hindern sowie ein Massaker an den eingekesselten Jesiden im Sindschar-Gebirge zu verhindern.

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US-Präsident Barack Obama hat für Luftangriffe im Norden des Iraks grünes Licht gegeben. Obama rückte bei seiner Erklärung am Donnerstagabend im Weissen Haus in Washington den Schutz von US-Militärs und -Konsulatspersonal in Erbil und anderswo im Irak in den Vordergrund.

Zu deren Schutz soll die US-Armee etwa Konvois der Extremistengruppe Islamischer Staat bombardieren, damit die Terrorgruppe nicht weiter auf die Hauptstadt des autonomen Kurdengebiets vorrücken kann.

Allerdings gehe es auch darum, einen Völkermord an den im Sindschar-Gebirge eingeschlossenen Jesiden zu verhindern, sagte er. Dazu hätten die Extremisten aufgerufen, indem sie die religiöse Minderheit vor die Wahl stellte, zum Islam zu konvertieren oder zu sterben. Angesichts solcher Drohungen könne sich die USA nicht blind stellen.

Hilfsgüter abgeworfen

US-Flugzeuge hätten bereits am Donnerstag erste Hilfsgüter in der Region auf Wunsch der irakischen Regierung abgeworfen, sagte Obama weiter. Im Sindschar-Gebirge sind nach UNO-Angaben rund 200'000 Menschen ohne Lebensmittel und Wasser eingeschlossen, die vor den IS-Extremisten geflüchtet sind.

Die USA stünden bereit, den Bedrohten zu Hilfe zu kommen, sagte Obama weiter. Er habe Luftangriffe genehmigt, um die irakischen Sicherheitskräfte, falls nötig, dabei zu unterstützen, die Belagerung aufzuheben. Einzelheiten nannte Obama zunächst nicht. Er gab auch nicht an, ob es bereits zu Lufteinsätzen gekommen ist.

Sobald dies passiert, wird es die erste militärische Intervention der USA seit dem Rückzug der US-Truppen aus dem Irak 2011 sein. Obama schloss allerdings den Einsatz von Bodentruppen aus. Er werde es nicht zulassen, dass die USA in einen weiteren Krieg im Irak hineingezogen würden, sagte Obama dazu.

Unterstützung für Kurden

Zusätzlich zur Unterstützung aus der Luft wollen die USA auch die militärische Unterstützung für die irakischen Kurden verstärken. Die Hilfen würden «beschleunigt», sagte ein ranghoher Militärvertreter am Donnerstag. Details gab er nicht bekannt.

Die Unterstützung soll die Hilfe ergänzen, welche die USA bereits den irakischen Sicherheitskräften zukommen lässt. Dazu gehören Raketen und Munition, die unter anderem auch gegen Panzer eingesetzt werden kann.

Irak will «humanitäre Hilfe»

Vor Obamas Ankündigung hatte der irakische UNO-Botschafter Mohammed Ali Alhakim über Gespräche mit anderen Nationen bezüglich Luftangriffen gegen Isis informiert. «Es wird heute noch keine Einsätze geben», sagte er. «Wir arbeiten eng mit Washington zusammen und bereden, ob wir eine militärische Intervention brauchen. Aber so weit sind wir noch nicht.

Die Regierung in Bagdad habe in den vergangenen Tagen immer nur gesagt, sie wolle »Hilfe« von der internationalen Gemeinschaft. »Damit meinen wir humanitäre Hilfe und möglicherweise auch militärisches Material. Über alles Weitere wird gesondert zu sprechen sein.«

UNO verurteilt scharf

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Angriffe der Terrorgruppe Isis im Irak nach einer Sondersitzung am Donnerstag scharf verurteilt. Zu einem militärischen Eingreifen äusserten sich die Mitglieder des Gremiums aber nicht.

»Wir müssen prüfen, ob die Attacken Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Dann müssen die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden«, sagte der derzeitige Ratspräsident, Grossbritanniens UNO-Botschafter Mark Lyall Grant. Über die förmliche Verurteilung ging das Papier nicht hinaus.

Lyall Grant sagte, Grossbritannien bereite eine Resolution vor, in der die Gruppe Islamischer Staat »äusserst scharf verurteilt« werde. Das Papier solle aber auch einige »praktische Elemente" enthalten, etwa wie man die Finanzierung der islamistischen Terrorgruppen unterbinden könnte.

Russlands Botschafter Vitali Tschurkin sagte, die Bagdader Regierung müsse unterstützt werden. Er wollte aber nicht die Frage beantworten, ob Russland militärische Schläge von ausserhalb akzeptieren könnte. (bau/SDA)

Publiziert am 08.08.2014 | Aktualisiert am 08.08.2014
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Intervention im Nordirak: US-Präsident Barack Obama will einen Völkermord an den Jesiden verhindern. play

Intervention im Nordirak: US-Präsident Barack Obama will einen Völkermord an den Jesiden verhindern.

Reuters
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17 Kommentare
  • Ruedi  Rolle aus Zürich
    08.08.2014
    Aufgrund der Massenverhaftungen und Hinrichtungen seitens ISIS unter den syrischen Aktivisten und Rebellen, der extremen Islamauslegung sowie der mangelnden Beteiligung an Kämpfen gegen das Regime wurde ISIS von zahlreichen Rebellengruppen unterstellt, von Kräften des Regimes unterwandert zu sein und gegen die Revolution zu arbeiten. Bereits Anfang Februar 2014 hatte ISIS unter den syrischen Rebellengruppen keinen Verbündeten mehr, insbesondere auch unter der al-Nusra-Front. Das sind Fakten!!!!!
  • Sam  Meier , via Facebook 08.08.2014
    aso ,,,,wen das so weiter geht,,,,,,dan ist der 3 Weltkrieg vorprogrammiert.entweder fangen wir an um den Weltfrieden zu kämpfen und zwar alle.oder wir gehen unter.das ist so Tatsache wie das AMEN in der kirche.
    • Thomas  Hager aus Luzern
      08.08.2014
      Fighting for Peace is like fucking for virginity, stimmt immer noch ausserdem Amen und Kirche erinnern an Allahu Akbar was beides bis jetzt nicht zielführend war.
  • Aaron  Christen 08.08.2014
    ausnahmsweise bin ich mal für ein Eingreifen der USA. Was diese ISIS-Truppen mit den Menschen machen, übertrifft alles bis anhin dagewesene. Brutaler geht es nicht mehr. Stoppt diese brutalen Schlächter. Wo bleiben all die "moderaten" Muslims. Wieso helfen sie nicht?
  • rolf  sulzer 08.08.2014
    interessant, obama spricht: luftangriffe auf die isis "genehmigt" ende der durchsage und kein hahn kräht danach ob das gut oder schlecht ist. putin spricht: luftangriffe gegen die ukrainische armee der prorussischen rebellen "genehmigt" ein wilder aufstand der der westlichen welt entsteht mit weitreichenden sanktionen vergelten. da muss noch einer schlau werden. und immer ist noch unklar wer die mh-17 abgeschossen hat.
  • Afrim  Brama aus Oerlikon
    08.08.2014
    danke Amerika!!