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Knapp 1.17 Franken war ein Euro gestern noch wert. Vor 18 Monaten warens noch fast 25 Prozent mehr. 100000 Jobs sind unmittelbar bedroht.
Was tun?
«Nichts», sagen Grossbanken und SVP-Leader Christoph Blocher. Denn der starke Franken sei ein Beweis für die überlegene wirtschaftliche Verfassung des Landes. Nationalbank und Politik dürften überhaupt nichts unternehmen. Schliesslich zwinge der Druck die Firmen zu mehr Innovation und höherer Produktivität.
Was das für die Arbeitnehmer heisst, deutscht der Chef der Arbeitgeber aus: «Mehr arbeiten für den gleichen Lohn.» Weder von ihm noch von seinem Vorgänger hat man dagegen bei einem höheren Eurokurs je gehört: «Liebe Mitarbeiter, arbeitet doch mal zwei Stunden pro Woche weniger.»
Der zu starke Franken ist ein massives Problem. Doch man kann es lösen, ohne dass die Lohnempfänger einmal mehr für die Kapriolen der Finanzindustrie büssen müssen.
Was tun also?
Die Nationalbank muss statt Euros kaufen Franken drucken. Gleichzeitig müssen Importeure und Händler gesetzlich verpflichtet werden, die Währungsgewinne an Konsumenten, KMU und Bauern weiterzugeben. Das hält die Inflation in Schach.
Den Grossbanken muss verboten werden, auf einen zu starken Franken zu wetten.
Auf ausländischen Anlagen wird ein Negativzins eingeführt.
Diese Massnahmen wirken schnell und effizient. Rasch wäre der Euro wohl wieder bei «fairen» 1.40 bis 1.45 Franken liegen. Nur wollen müsste man.
Bundesrat und Nationalbank können jetzt zeigen, wo sie stehen: Auf der Seite des realen Werkplatzes oder auf Seiten der spekulativen Finanzindustrie.
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Clemens Studer, stv. Chefredaktor BLICK
(Philippe Rossier)