Panne am Flughafen Reporter bringt «Sprengstoff» in Flugzeug

  • Publiziert: 08.03.2010, Aktualisiert: 13.01.2012

AMSTERDAM – Terrorist Umar Faruk Abdulmutallab versuchte vor zwei Monaten, mit einer selbstgebastelten Bombe ein Flugzeug zu sprengen. Nun kams am Amsterdamer Flughafen wieder zu einer peinlichen Panne.

Der Bombenanschlag auf eine in Amsterdam gestartete US-Passagiermaschine konnte vor zwei Monaten nur knapp verhindert werden. Danach wurden Rufe nach verstärkter Sicherheit laut. Doch jetzt hat ein Reporter auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ein Sprengstoff-Imitat in ein Flugzeug nach London geschmuggelt.

Der für solche Aktionen bekannte Fernsehjournalist Alberto Stegeman berichtete, er habe einen Liter Flüssigkeit im Handgepäck durch alle Kontrollen geschleust und sei damit von Amsterdam zum britischen Airport Heathrow und weiter bis zur US-Hauptstadt Washington geflogen.

«Es ist immer noch recht einfach, eine Bombe in ein Flugzeug zu bekommen», erklärte Stegeman gestern Abend im Recherche-Magazin «Undercover Nederland» des TV-Senders SBS6. Für seine Aktion habe er Sicherheitslücken im Bereich des Duty-Free-Verkaufs auf Schiphol ausgenutzt.

So funktioniert der Trick: Ein Mitglied des Stegeman-Recherche-Teams kaufte auf Schiphol eine Literflasche Alkohol, ohne den Flug, für den er sich dabei mit seiner Bordkarte ausgewiesen hatte, tatsächlich zu nehmen. Ausserhalb des Airports wurde die Flasche mit einer anderen Flüssigkeit aufgefüllt, die «jederzeit auch Explosivstoff hätte sein können».

Gründlich durchsucht

Stegeman legte dann die präparierte Flasche an der Kasse des Duty-Free-Shops zum Kauf vor, wo sie von einem ahnungslosen Verkäufer ordnungsgemäss versiegelt wurde. Damit konnte Stegman – obwohl Beamte den in Holland prominenten Journalisten erkannten und seine Sachen besonders genau durchsuchten – die Sicherheitskontrolle passieren.

In Teilen des Amsterdamer Airports liegen die Duty-Free-Shops zwar nach der Pass-, aber noch vor der Sicherheitskontrolle am Einsteige-Gate.

Nach dem Anschlagsversuch am ersten Weihnachtstag 2009 führte Schiphol als erster Flughafen der Welt sogenannte Nacktscanner zur routinemässigen Kontrolle von Passagieren bei Flügen in die USA ein. Denn von dort war Umar Faruk Abdulmutallab mit seiner Unterhosen-Bombe gestartet.

Eine Sprecherin des Amsterdamer Airports wollte sich nicht zu dem TV-Bericht äussern und vewies auf das Nationale Koordinationssbüro für Terrorismus-Bekämpfung (NCTB). Dort sagte ein Sprecher heute auf Anfrage, man prüfe den Fall und werde sich eventuell später dazu äussern. (SDA/num)

play Die präparierte Tasche mit der Flüssigkeit – die auch Sprengstoff sein könnte.

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