Reise ohne Rückkehr: Dieser Bus fährt direkt zum IS

Ein Bus fährt Menschen aus dem Libanon direkt in die IS-Hauptstadt Rakka. Wer einsteigt, trifft eine folgenschwere Entscheidung – ein Rückfahrtticket gibt es nicht.

Lädierte Frontscheibe: Nicht selten wird der Bus auf dem Weg nach Rakka von Heckenschützen ins Visier genommen. play

Lädierte Frontscheibe: Nicht selten wird der Bus auf dem Weg nach Rakka von Heckenschützen ins Visier genommen.

Screenshot CNN

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Sie drücken noch schnell die Zigarette aus, dann steigen sie ein. Es wird wohl die letzte ihres Lebens sein. Denn wo diese Menschen hinwollen, werden Laster dieser Art nicht geduldet. Wer gegen das eiserne Diktat verstösst, dem droht die Peitsche oder – schlimmstenfalls – der Tod.

Kontakte, Fotos und die Lieblingslieder werden während der Fahrt von den Handys gelöscht – auch die sind am Zielort verboten. Willkommen im Bus von Beirut nach Rakka.

Viele Jahre wird die Strecke schon befahren, doch seit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Rakka Mitte 2013 zur Hauptstadt ihres Kalifats erklärte, ist nichts mehr wie es einmal war.

Wer in diesen Bus steigt, weiss, worauf er sich einlässt. Für Frauen gelten strenge Kleidervorschriften. Zudem müssen sie stets «in Begleitung eines männlichen Verwandten sein», wie der Reise-Organisator gegenüber CNN verrät. Männer müssen ihre Bärte wachsen lassen und dürfen keine zu engen oder zu kurzen Hosen tragen. 

Fast 24 Stunden dauert die Reise, die von Beirut zunächst in die syrische Hauptstadt Damaskus und auf IS-Gebiet schliesslich über Palmyra nach Rakka führt. Und sie ist voller Gefahren: «Ein Kampfjet könnte eine Bombe in der Nähe des Busses fallen lassen. Das ist normal», sagt der Reise-Organisator, der selbst noch nie im Bus gesessen hat.

Auch komme es vor, dass die Fahrzeuge von einem Heckenschützen ins Visier genommen werden. In solchen Fällen versuche der Fahrer aber, unbeirrt weiterzufahren – zu gefährlich wäre ein Zwischenhalt. «Die Passagiere kriegen Panik. Denn niemand weiss, woher der Schuss kam.»

Nichtsdestotrotz bezahlen manche Menschen zuweilen viel Geld, um sich eines der begehrten Tickets zu ergattern. Ob sie je lebend zurückkommen, ist ungewiss: Während der Bus auf dem Weg nach Syrien meist ausverkauft ist, kehrt er in der Regel komplett leer in den Libanon zurück. Denn wer sich in die Fänge des IS begibt, für den gibt es so gut wie keinen Weg zurück. (gr)

Publiziert am 29.01.2016 | Aktualisiert am 31.03.2016
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8 Kommentare
  • Peter  Leo 30.01.2016
    Der Reiseunternehmer machte noch nie die Reise mit seinem Bus mit? Braucht er ja nicht. Hauptsache Kasse machen mit der Schrottkarre. Das ganze Schlepper-Business ist ein weiteres Indiz, wie es mit der Menschheit bergab geht. Den Politikern, die an mmillionenschweren Weltforen lafern sollte man jeweils erst etwas zu essen geben, wenn sie brauchbare Resultate liefern.
  • Patrik  Finck 30.01.2016
    IS Hauptstadt?!.......IS ist doch gar kein Land. Also kann es auch
    keine Hauptstadt geben.
  • Guerino  Dal Santo , via Facebook 30.01.2016
    Jeder Mensch hat seinen freien Willen. Wenn er diesen Weg geht, so kann man ihm dies nicht vorenthalten. Es ist zwar ein tragischer Weg, aber abhalten davon nützt nichts.
  • Rolf  Hobi 30.01.2016
    Verstehe ich das jetzt richtig? Man kann wie bei Kaffeefahrten mit dem Bus zum IS gelangen? Abfahrtsort, Besatzung, Route und Ankunftsort sind bekannt und was unternehmen alle die angeblichen Gegner des IS? Sie werfen ab und zu ein Bömbchen irgendwo in den Sand und durch die Medien wird seit Jahren gebetsmühlenartig vermeldet, dass diese "atemberaubenden Angriffe" das baldige Ende des IS bedeute.

    Leute, entweder sind die Gegener des IS alles zahnlose Taugenichtse, oder wir werden verarscht!
    • Reinhold  Huber - Mayer aus Phi Phi, Thailand
      30.01.2016
      Nur der Unterschied zur Kaffeefahrt ist, dass sie da keine Wärmedecke kaufen können und nicht ein Mittagessen offeriert wird. Als dank bekommen sie vielleicht eine Kalaschnikof oder Granatwerfer geschenkt, dazu die schwarzen Kutten. Wenn das einen reizt! Jeder geht freiwillig und bekanntlich soll man Reisende nicht aufhalten.
  • Bernhard  Zueger , via Facebook 29.01.2016
    Es wäre noch interessant zu erfahren, ob wenigstens eine indirekte Verbindung der Busfahrten von Winterthur aus besteht. Hier bestünde für den Reiseorganisator auch die Möglichkeit ein Teil der Reisenden wieder mit Mini-Bussen zurückzuführen.
    Was ich ebenfalls vermisse: der Hinweise darauf, dass diese Busreisen nichts, aber auch gar nichts, mit dem Islam zu tun haben.