Aleppo Obama wirft Assad und Russland Gräueltaten vor

Die Lage in Aleppo bleibt auch nach der Einigung über den Abzug der Rebellen unübersichtlich. Mit unserem News-Ticker behalten Sie den Überblick.

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Liveticker

In Syrien ist nach Angaben eines ranghohen Militärvertreters eine Einigung über den Abzug von Rebellenkämpfern aus Aleppo erzielt worden. Der Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP heute, die Vorbereitungen dafür liefen bereits. Er machte keine Angaben zu Zivilisten, die den Aufständischen zufolge ebenfalls ab heute Morgen die Stadt verlassen sollten.

Einwohner warteten auf den Beginn der geplanten Evakuierung. Menschen versammelten sich nach Sonnenaufgang bei winterlichen Temperaturen auf den Strassen, wie Einwohner aus Ost-Aleppo der Nachrichtenagentur dpa berichteten.

Rotes Kreuz soll Verletzte wegbringen

Aus regierungsnahen Medienkreisen hiess es, Busse zum Transport der Menschen seien unterwegs. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte, es sei von den Parteien gebeten worden, Verletzte aus Ost-Aleppo zu bringen. Ambulanzen ständen zur Versorgung der Menschen bereit.

Bereits gestern Abend hatte der Sprecher der radikal-islamischen Miliz Ahrar al-Scham, Ahmed Kara Ali, erklärt, eine neue Waffenruhe solle in Kürze in Kraft treten. Ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki bestätigte die Meldung. Auch Ein Vertreter der Militärallianz, die aufseiten der Regierungstruppen kämpft, bestätigte die Waffenruhe.

Aktivisten berichteten am frühen Morgen zugleich, die Kämpfe hätten abgenommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete jedoch, es habe in der Nacht Gefechte zwischen Regime und Rebellen gegeben.

Waffenruhe wurde zunächst nicht umgesetzt

Ein am Dienstag ausgehandeltes Abkommen über den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Aleppos Rebellengebieten war gestern zunächst nicht umgesetzt worden. Russland als Unterstützer der Regierung beschuldigte die Regimegegner, sich nicht an die Einigung gehalten und die Waffenruhe gebrochen zu haben.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow sagte gestern, er hoffe, dass sich die Lage in Ost-Aleppo in zwei bis drei Tagen endgültig entspannen werde. In einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry bekräftigte er, dass die syrische Regierung zum freien Abzug der Rebellen aus Ost-Aleppo bereit sei.

Die Rebellen warfen den mit der Regierung verbündeten iranischen Milizen vor, sie hätten das gestern erzielte Abkommen mit neuen Angriffen zum Scheitern gebracht. Demnach soll der Iran gefordert haben, dass auch die Blockade der vor allem von Schiiten bewohnten Orte Fua und Kafraja im Nordwesten Syriens aufgehoben wird. Diese werden seit langem von Rebellen belagert.

Die aufseiten der Regierung von Bashar al-Assad kämpfende schiitische Hisbollah-Miliz bestätigte dann in der Nacht in ihren Medien die Einigung und den anstehende Abzug der Rebellen aus Ost-Aleppo. Dieser solle «in den kommenden Stunden» beginnen, hiess es. Offenbar hatte es eine Einigung über den Abzug von Zivilisten aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja gegeben.

«Das ganze Land von Terroristen säubern»

Der syrische Präsident Baschar al-Assad will auch nach einer Eroberung Aleppos weiter gegen die Rebellen vorgehen. Er sagte dem russischen Staatsfernsehen: «Von einer Feuerpause kann keine Rede sein». Mit Milde könnten nur «Terroristen» rechnen, die sich ergeben oder den Kampfort verlassen. Die Kämpfe gingen weiter, bis «das ganze Land von Terroristen gesäubert» sei.

Die syrische Armee hatte zusammen mit ihren Verbündeten vor einem Monat eine Offensive auf die Rebellengebiete in Ost-Aleppo begonnen. Die frühere Handelsmetropole war jahrelang zwischen Regime und Rebellen geteilt und gilt heute als Symbol für den Krieg. (SDA/stj/noo)

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
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9 Kommentare
  • Martin  Haensli , via Facebook 17.12.2016
    Der IS, ist Werkzeug der USA. Der IS ist ein Vorwand für die USA, sich in Syrien einmischen zu müssen, um Assad zu stürzen und damit Kontrolle über bestehende und zukünftige Erdgasleitungen zu erlangen. Deshalb wird der IS und andere Terroristengruppen nachweisbar durch die USA unterstützt, wie auch durch die Verbündeten der USA, die Türkei, die Ölgeschäfte mit dem IS machte und diesen so unterstützte. Die USA unterstützte den Terror in Syrien, indem sie Terroristen unterstützen.
  • Oliver  St. Holmenolmendolmen , via Facebook 16.12.2016
    Der Wahhabiten-Unterstützer und Drohnenbomber Obama soll abtreten und einen Schlussstrich unter seine hoch enttäuschende Präsidentschaft ziehen. Er hat mit seinen Handlungen seine Ideale und alle seine Wähler verraten, indem er die Politik von George W. Bush fortgeführt hat.
  • Gian  Scotton 16.12.2016
    Willkommen im Zeitalter der Aufklärung! Mit viel Freude stelle ich fest, dass immer mehr Menschen an den Mainstream Medien zweifeln, welche von den selben Mächten finanziert werden wie die NATO! Die Vergangenheit hat die skrupellosen Machenschaften dieser Organisation aufgezeigt! Ein Angriffsbündnis um das finanzielle Wohl weniger zu sichern!
  • Meyer  Roman aus Aarau
    16.12.2016
    USA/NATO/EU führen 5 Jahre Krieg in Syrien.

    Niemand hat was Positives gemacht, nur immer die andern beschuldigt.

    Russland, Iran und andere haben nun Aleppo befreit, und das ist Gut so.

    Das Volk möchte endlich Frieden nach 5 Jahre Krieg, Präsident Trump hat auch gesagt das er den Wahnsinn Stoppen will.

    Wir wünschen dem Syrische Volk viel Glück und möge das 2017 Positiv beginnen.




    • Giuseppe  Guerra 17.12.2016
      Herr Meyer,ich frage mich schon woher sie diese infos haben.Seit wann ist die Nato oder sogar die EU im Krieg gegen Syrien.Die Nato besteht aus 28 Mitglieder und nicht nur aus der USA. Wo ist die EU im Krieg ? Auch die haben noch 28 Mitglieder.Türkei ist in der Nato,aber nicht in der EU und die kämpfen eigentlich gegen die Kurden.Ist einfach Falsch was sie da schreiben.
  • Georgio  Alberone aus Basel
    15.12.2016
    Gut gab es nun endlich eine Lösung für Aleppo. Nur wieso wird immer nur von Aleppo gesprochen? Es gibt noch verschiedene von Rebellen bzw. dem IS belagerte Städte in Syrien wie die genannten Fua und Kafraja oder Deir ez-Zor wo täglich Zivilisten unter den Bombardierungen sterben. Aber ist es ja nicht das böse Assad-Regime das bombardiert also wird über das Elend dort auch nicht berichtet.
    • Holger  Breiten 15.12.2016
      Doch es wird berichtet, auf Youtube kommen zusehends mehr und mehr Zeugenberichte raus welche in unseren Medien nie gezeigt werden bis zum nächsten Prozess von Nürnberg. JA, so schlimm ist es was die befreiten Menschen durch unsere Unterstützung erleben mussten. Und selbst heute loben die grossen Medienhäuser vermeintliche Helfer welche längst des Raubmordes überführt sind.