Reaktionen auf das Attentat «Wie sage ich es den Kindern?»

Die Trauer nach dem Anschlag in Berlin ist gross. Die Reaktionen aus Politik, Gesellschaft und von Prominenten ist dieselbe. Einzig die Populisten versuchen, die Situation für sich zu auszunutzen.

++Anschlag Berlin++ Reaktionen zum Anschlag auf Weihnachtmarkt play
Bilder zeigen, wie grausam der Anschlag war. A4265/_Michael Kappeler

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Öffentlicher Verkehr auf dem Handy Briten jagen Porno-Pendler
2 Papa hat sich vertwittert Trump lobt die falsche Ivanka
3 Anschlag auf Istanbuler Nachtclub mit 39 Toten Silvester-Attentäter...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
13 Kommentare
Fehler
Melden

Der Schock sitzt nicht nur in Berlin tief. Unmittelbar nach der Horror-LKW-Fahrt in der deutschen Hauptstadt wissen viele nicht, wie mit der grausamen Tat umzugehen ist. So etwa eine Berliner Lehrerin: Sie wollte heute mit ihren Erstklässlern einen Ausflug zum Ku'damm (dort befindet sich der Tatort) machen. In der WhatsApp-Gruppe der Eltern ging ein intensiver Streit los.

«Sicherheit geht vor. Mein Kind fährt nicht», schrieben einige gemäss deutschen Medien. Andere argumentierten, dass der Stadtteil nach dem Anschlag so sicher sei wie noch nie. Bei allen kam jedoch die Frage auf: Wie sage ich es den Kindern? 

«Berlin! My heart is with you!», twitterte Eddie Fisher, Gitarrist der Teenie-Pop-Gruppe. Auch der Bürgermeister von Nizza äusserte sich. «Die gleiche Methode. Die gleiche blinde Gewalt», schrieb Philippe Pradal, der vor wenigen Monaten einen Anschlag ähnlicher Art in seiner Stadt erlebte.

Provokation der Rechtspopulisten

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern forderte eine «genaue Analyse» und «konsequente Antworten». Frankreichs Präsident François Hollande sprach Deutschland das Beileid aus: «Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft.»

Gewohnt hetzerisch hingegen reagierten Vertreter der Rechtspopulisten. So twitterte etwa AfD-Mann Marcus Pretzell: «Es sind Merkels Tote!» Ihr Motiv gemäss einem Artikel in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», der Stunden vor dem Anschlag veröffentlicht wurde: Reine Provokation. Man wolle mit «sorgfältig geplanten Provokationen» kritisiert werden – das sei positiv für die Partei, so ein Strategiepapier.

In die gleiche Kerbe schlugen die Jungspunde der hiesigen SVP. Sie teilten auf Facebook die Route von der Schweiz nach Berlin. Ihre Botschaft zwischen den Zeilen: Wie lange dauert es noch, bis dies in der Schweiz passiert? 

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
teilen
teilen
0 shares
13 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

13 Kommentare
  • Sämi  Schmutzinger 20.12.2016
    Die Schweiz, Europa, resp. die Welt sollten sich entscheiden.. Sind wir für oder gegen den Terror?
    Im Moment werden nur immer wieder Mahnmale gesetzt und auf den nächsten Anschlag gewartet.
    Alle sollten zusammenarbeiten und dem Terror mit aller Härte ein Ende setzen!
  • Jorge  Suizo aus San Cristobal
    20.12.2016
    Es wird wohl nichts anderes übrige bleiben als den Kindern die Wahrheit zu sagen, dass es nämlich in ein paar Jahren aus Rücksicht auf die vielen Muslime in Deutschland keine Weihnachtsmärkte mehr geben wird, um die religiösen Gefühle dieser sensiblen Menschen nicht zu verletzen, dass das ein Einzelfall war und man solche Menschen nicht verurteilen darf und man dafür auch Verständnis haben muss und diesen armen Menschen helfen muss.
  • Klaus  Müller 20.12.2016
    Berlin kenne ich noch aus Zeiten, da eine Frau problemlos nachts und ohne Angst mit dem ÖV unterwegs sein konnte. Und natürlich konnte man bedenkenlos jeden Weihnachtsmarkt besuchen. Fakt ist also, dass die Politik der letzten 20 Jahre das ins Gegenteil verkehrt hat. Das darf aber nicht gesagt werden, nicht einmal in der Schweiz. Dafür gibt es dann Mitgefühlserklärungen.
  • Michel  GASSER aus Meyrin
    20.12.2016
    Sich jetzt daheim zu verstecken, ist keine Option, denn genau so gibt man dem Terrorismus einen goldenen Sieg. Klar ist es verständlich, dass Eltern ihre Kinder nicht zum geplanten Ausflug gehen lassen wollen, leider istdiese Reaktion genau falsch.
    • Istvan  Gorowich aus Switz
      20.12.2016
      Lässt sich locker sagen, solange es nicht die eigenen Kinder sind, gell Herr Gasser.
    • Michel  GASSER aus Meyrin
      20.12.2016
      Herr Gorowich : warum so sarkastisch ? Es braucht kein Uni-Diplom, um zu begreifen, dass nicht zweimal nacheinander am Gleichen Ort ein Attentat passiert. Das habe ich während 42 Arbeitsjahre im Zivilen Luftverkehr, und duzende von Weltreisen feststellen können.
  • Max  Stirni 20.12.2016
    Das ist genau das was Politiker und Medien sehen wollen. Jeder verziert jetzt seinen Facebook Account mit einem Brandenburger Tor, schreibt ich bin ein Berliner drunter und schon ist alles wieder in Ordnung. Die dafür verantwortlichen Politiker werden sich bestürzt zeigen und die Tat verurteilen aber ganz sicher nie etwas an ihrem fatalen Kurs ändern.

    Leider macht die Mehrheit des Volkes beim Wegsehen immer noch brav mit. Wohl solange bis man dann selber betroffen ist.