Raucher werden gefeuert

  • Aktualisiert am 09.01.2012

WASHINGTON – Die Entscheidung liegt bei Ihnen: Rauchen ja, Job nein. Oder umgekehrt. So «easy» ist das, Raucherprävention auf amerikanisch.

Spätestens beim Glimmstängel hört im Land der grenzenlosen Freiheit dieselbige auf. Wer raucht, fliegt raus, so das Credo einer ganzen Reihe amerikanischer Firmen. Und es werden immer mehr.

Wer jetzt meint, was solls, dann rauche ich eben Zuhause, könnte sich ziemlich die Finger verbrennen. Denn: Der Countdown gegen rauchende Angestellte läuft. Gnadenlos. Mit Blas-Tests – wie bei den Alkoholkontrollen im Verkehr – Zwangsurinproben bis hin zu Lügendetektoren versuchen die Unternehmen sämtliche Mittel auszuschöpfen, um vermeintliche Qualmer zu entlarven. Auch solche, die es heimlich und in der Freizeit tun.

Bekennende Raucher werden schon gar nicht mehr eingestellt. Und wer noch nicht von der Zigi losgekommen ist, kriegt eine 15-monatige Frist zum Abgewöhnen. Zumindest beim Gesundheistdienstleister Weyco Inc. in Michigan. Die Firma bietet ihren Mitarbeitern sogar Gruppentherapien und Akupunkturbehandlungen an. Damit ist sie in bester Gesellschaft: Gemäss einer Studie bietet mittlerweile ein Drittel amerikanischer Arbeitgeber Anti-Raucher-Förderungsprogramme an.

Nicht zuletzt deswegen, weil Nichtraucher produktiver seien als ihre paffenden Kollegen. Die Produktionsverluste wegen Rauchern belaufen sich in den US-Unternehmen auf umgerechnet knapp 99 Milliarden Franken.

Aufgepasst, bald ist ausgepafft

ST. GALLEN – Der St. Galler Regierungsrat kündigt der rauchenden Gilde die Liebe. In Sporthallen, Spitälern, Schulen, Verwaltungsgebäuden und Restaurants soll es künftig verboten sein, dem blauen Dunst zu frönen. Der Regierungsrat fordert den Kantonsrat auf, in der Februarsession die entsprechende Motion gutzuheissen. Der «Vater» des parlamentarischen Vorstosses ist der EVP-Kantonsrat Reto F. Denoth.

Bald ein einig Europa ohne Raucher?

BERLIN – Auch in Deutschland gewinnt die Idee eines umfassendes Rauchverbot zunehmend Anhänger. «Glimmstängel (r)aus» soll es in Zukunft nicht nur in öffentlichen Gebäuden sondern auch in Restaurants heissen. Ähnliche Gesetze sind bereits in Italien, Irland und Norwegen in Kraft. Entsprechende Bestrebungen sind auch in Grossbritannien im Gang.
Rauchen verursacht Krebs - und kann den Job kosten.- Keystone

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