Rauchen am Steuer kommt teuer

  • Aktualisiert am 03.01.2012

LONDON – Wer sich auf Englands Strassen im Auto einen Glimmstengel anzündet, kann bestraft werden. Diese neue Regel in der Strassenverordnung lässt die Köpfe rauchen.

Sie sind mit dem Auto unterwegs, haben gerade das Feuerzeug hervorgeholt und sind daran, eine Zigarette anzuzünden. Und genau damit riskieren Sie in England eine Busse.

Erstmals seit acht Jahren wurde in Grossbritannien die Strassenverkehrsordnung wieder aufgefrischt. 42 Seiten mehr hat sie und 29 neue Regeln. Und dabei soll das Rauchen am Steuer neu als «Fahren ohne nötige Vorsicht und Aufmerksamkeit» gehandelt werden. Was heisst, dass es bestraft werden kann.

Der Minister für Strassensicherheit, Jim Fitzpatrick, sagte zu «BBC»: «Autofahrer sollten sich mit der neuen Regelung bewusst sein, dass sie sich auf den Verkehr konzentrieren müssen und sich nicht von Fussgängern, lauter Musik, dem Lesen einer Karte, dem Telefonieren oder dem Rauchen ablenken lassen.»

Denn eigentlich habe ein Lenker, der sich gerade eine Zigarette anzünde, keine Kontrolle übers Auto. «Beim Anzünden hat man in der einen Hand die Zigarette, in der anderen das Feuerzeug – und damit offensichtlich keine Hand am Lenkrad.»

«Die neue Regelung wird polarisieren», schätzt Andrew Howard, Chef einer Verkehrssicherheitsfirma. Und tatsächlich scheiden sich die Geister: «Total unnötig», liess die Raucher-Lobby verlauten. «Es gibt nicht den kleinsten Beweis dafür, dass durch rauchende Autofahrer Unfälle passieren, oder dass es ablenkender sein könnte, als eine CD auszuwechseln.»

Die Raucher-Lobby befürchtet denn auch, dass die neue Regel zu einem späteren Verbot des Rauchens am Steuer führen könnte. «Und sowieso behandelt dieser Grundsatz Erwachsene so, als wären sie alle dumm», meint Howard. (spj)

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