Raketen auf Gaza Israelische Offensive fordert 30 Tote

GAZA - Der Schlagabtausch zwischen Israel und den Palästinensern wird immer heftiger. Die Lage wird international mit grosser Besorgnis verfolgt.

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Bei der andauernden israelischen Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Weitere ungefähr 130 Menschen seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Sicherheitsleute in der Nacht auf heute.

Andere Berichte gehen – ebenfalls unter Berufung auf palästinensische Angaben – von noch höheren Opferzahlen. Unter den Toten befinden sich demnach auch Kinder.

Seit Beginn der Offensive habe Israel 435 Ziele angegriffen, sagte der Sprecher der israelischen Streitkräfte, Brigadegeneral Moti Almoz im Armeeradio. Bombardiert wurden 120 Raketenwerfer, zehn Kommandoposten der Hamas, davon zwei in Wohnhäusern, und «zahlreiche» Tunnel.

Beschuss von Tel Aviv und Jerusalem

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss Israels fort. Die Angriffe wurden auch auf die israelischen Grossstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet.

Auch in der Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv sei eine Rakete eingeschlagen, sagte eine Hamas-Sprecherin. Die Stadt liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher grössten Reichweite gewesen.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben laut israelischen Angaben seit Beginn der Offensive 225 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion auf den eskalierten Konflikt für heute ein Krisentreffen seiner Regierung an, wie der israelische Rundfunk berichtete.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hiess es weiter.

Arabische Liga fordert UN-Dringlichkeitssitzung

Die Arabische Liga forderte unterdessen den UNO-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage im Nahen Osten abzuhalten, schrieb gestern die israelische Zeitung «Haaretz».

Auslöser der jüngsten Runde der Gewalt waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Teenagern am 12. Juni sowie der mutmassliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen in der vergangenen Woche. Israel ist seit der Entführung gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vorgegangen und hat Hunderte Mitglieder der Organisation festgenommen.

Mobilisierung von Reservisten

Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers hat die Armee die Mobilisierung von bis zu 40'000 Reservesoldaten bewilligt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, «die Samthandschuhe auszuziehen».

Israel will mit der Operation «Zuk Eitan» (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Nach palästinensischen Angaben wurden auch ranghohe Hamas-Aktivisten getötet, darunter der Marinekommandeur Raschid Jassin.

Besorgnis bei der EU

EU-Vertreter zeigten sich extrem beunruhigt über die eskalierende Gewalt in Nahost. «Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis», erklärte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten gestern Abend in einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung.

«Die EU verurteilt das willkürliche Feuer auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen scharf.» Doch auch die wachsende Anzahl ziviler Opfer, insbesondere Kinder, durch israelisches Gegenfeuer verurteile die EU. Alle Seiten müssten «äusserste Zurückhaltung» walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen. (SDA/noo)

Publiziert am 09.07.2014 | Aktualisiert am 12.08.2014
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Israel setzt massive Angriffe auf Gaza fort

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34 Kommentare
  • Nathalie  Anderegg , via Facebook 14.07.2014
    Der Mord an den 3 Jugendlichen wurde gar nie aufgeklärt! Waren vielleicht auch siedler damit sie mal wieder loskriegen können. Was für ein abgefacktes Land dieses Israel. In Georgien hätten Sie doch viel mehr Platz gehabt... tsts
  • Hugo  Ehrismann 09.07.2014
    Besorgnis bei der EU - das ich nicht lache . Die EU wird sich hüten die Israelis in die Schranken zu weisen weil sie haben alle Schiss vor dem grossen Israelischen Bruder USA . Zurückhaltung ist doch ein Wort das die Israelischen Politiker nicht kennen .
  • Patrick  Johnson 09.07.2014
    Langsam fürchte ich mich von einem Gewissen Viertel in Zürich..Ensteht dort ein neues Israel? Wär weiss, so hat es auch in Palästina begonnen..
    • Hugo  Ehrismann 09.07.2014
      Ich begreife ihre Angst - ich würde mich da auch nicht mehr wohl fühlen . Aber geniesst diese Nation auch in der Schweiz einen besonderen Status , warum auch immer .
  • Athos  Ilé aus Rorschach
    09.07.2014
    Wenn diese Zionisten endlich aurhören, Palästina mit ihren Siedlungen zuzubetonieren und somit Landraub zu betreiben, dann werden auch die Palästinenser Ruhe geben.
  • Abu  Bakr RA aus Z¨rich
    09.07.2014
    Ich wünsche beiden Seiten eine Beruhigung und eine Rückkehr zur Normalität.