Putins Fan Donald Trumpov Wer regiert eigentlich die USA?

WASHINGTON (USA) - Trump macht die CIA lächerlich, weil sie ihn mit harten Facts über russische Wahl-Manipulationen belieferte. Russlands Präsident Putin wird künftig in der US-Politik mehr als ein Wörtchen mitreden.

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Es ist ein Schlag ins Gesicht der US-Agenten: Als «lächerlich» bezeichnete der zukünftige US-Präsident Donald Trump gestern die Schlussfolgerung des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, dass Russland die Präsidentschaftswahlen zu Trumps Gunsten beeinflusst habe. Es handle sich um nichts Weiteres als eine faule Ausrede, wetterte Trump. «Sie haben keine Ahnung.»

Trump hält auch nichts von den täglichen Briefings der Geheimdienste, die er bereits jetzt erhält – oder eher: erhalten würde. «Wissen Sie, ich bin eine gescheite Person», sagte Trump zu «Fox News». «Man muss mir die nächsten acht Jahre nicht jeden Tag dasselbe in denselben Worten sagen», meinte er. Klar, dass er schon davon ausgeht, auch für eine zweite Amtszeit im Weissen Haus zu regieren.

Putin-Freund soll Aussenminister werden

Dass ein gewählter US-Präsident sich über die Recherchen der eigenen Nachrichtendienste stellt, sich öffentlich über sie lustig macht, ist einmalig. 

Dabei hat die CIA letzte Woche im Grunde lediglich wiederholt, was sie schon vor den Wahlen behauptete: Spuren von Hackerangriffen gegen die Demokraten – es geht um einen gross angelegten E-Mail-Klau – führen allesamt nach Russland. Zu Hackerkollektiven, die im Auftrag der russischen Geheimdienste FSB und GRU gehandelt haben sollen.

Trump und Putin: Diese neue Freundschaft geht zu Lasten der CIA play
Rex Tillerson, Geschäftsführer von ExxonMobil und Kandidat für das Amt des US-Ausseministers, ist mit Putin eng verbandelt. AP

Die russische Wahlhilfe will Trump jetzt sogar belohnen. Wie vergangene Woche bekannt wurde, plant Trump mit Rex Tillerson einen engen Putin-Vertrauten ins mächtige Amt des US-Aussenministers zu hieven. Der Chef des Erdölkonzerns ExxonMobil ist geschäftlich mit dem Kreml (und dem staatlichen Ölmulti Rosneft) verbandelt und versteht sich privat ausgezeichnet mit dem russischen Präsidenten. 2012 verlieh dieser dem US-Manager den «Orden der Freundschaft». 

Untersuchungsausschuss gefordert

Vor diesem Hintergrund bereitet die geplante Nominierung selbst prominenten Republikanern Sorgen. «Ein «Freund Wladimirs» zu sein, ist keine Zuschreibung, die ich mir von einem Aussenminister erhoffe», twitterte Marco Rubio, unterlegener Konkurrent Trumps im Wahlkampf.

Trump und Putin: Diese neue Freundschaft geht zu Lasten der CIA play
Russlands Präsident Putin wird vom US-Geheimdienst verdächtigt, hinter den Hackerangriffen auf die Demokraten zu stehen.  AFP

Der Republikaner John McCain, ebenfalls ein Ex-Präsidentschaftskandidat, forderte die Bildung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses, um den Einfluss Russlands auf den US-Wahlkampf weiter zu untersuchen. «Wladimir Putin ist ein Dieb, ein Tyrann, ein Mörder und jeder, der ihn anders beschreibt, lügt», schimpfte McCain. Und erweckte damit den Eindruck, dass Trump dem russischen Präsidenten derzeit näher steht als seiner eigenen Partei. (lha)

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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22 Kommentare
  • Georgio  Alberone aus Basel
    12.12.2016
    Diese Russophobie nimmt langsam absurde Züge an, geht es doch wohl in erster Linie darum das eigene Versagen den bösen Russen in die Schuhe zu schieben. Oder können die was dafür dass mit Hillary eine für viele Unwählbare kandidiert hat? Und statt mal die gravierenden Dinge die dank Wikileaks rauskamen zu untersuchen gehts nur um die Quelle. Dabei hatte Assange ja ausgesagt dass er die Informationen nicht von den Russen hatte. Aber für die Neocons geht es halt darum Trump unbedingt zu verhindern
  • Larry  Kaufmann 12.12.2016
    Vermutlich haben beide Seiten etwas recht. Zweifle nicht, dass Putin versucht hat, die Wahlen zu beeinflussen. Irgendwelche Anhaltspunkte hat die CIA offenbar. Aber da es in USA kein zentrales Wahlsystem gibt, und es in den tausenden von Wahlbezirken dutzende von verschiedenen Stimmsystemen gibt welche voneinander unabhängig sind und grossteils noch per Papier laufen, ist ein gross angelegter Hack so gut wie unmöglich.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 12.12.2016
    McCain hat sich selbst sehr gut beschrieben. Er zeigt mit dem Finger auf andere und all seine Vorwürfe treffen ihn selber. Die USA jammern sie werden gehackt, haben aber das grösste Cyber-War Budget, haben die Vormachtstellung in Sachen Internet und hacken, zudem sind sie selbst auf den russischen Servern und weinen wenn es ein anderer ihnen gleich tut. Doppelmoral!
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    12.12.2016
    Gott sei Dank bleibt uns die Kriegsgurgel Hillary Clinton erspart. Mit ihrer Politik hätte sie bewusst eine Krieg USA-Russland auf europäischem Boden herbeigeführt. Da ist mir Donald Trump schon viel lieber, der militärischen Abenteuern abgeneigt ist, sich von den Geheimdiensten nicht hetzen lässt und mit Putin gut auskommt. Donald Trump ist Unternehmer und wird die Wirtschaft in den USA und vielleicht auch die Weltwirtschaft ankurbeln. Ich sehe postivien vier Jahren entgegen.
  • Ernest  Blanco 12.12.2016
    Wo sind denn die harten Facts der CIA ? aha, die gibts ja nicht. Denn weder wurden hier genaue Daten genannt, noch haben die USA gegen Personen in dieser Angelegenheit weder einen Haftbefehl ausgesprochen, noch haben Sie gegen Personen oder Vorgesetzte wie sonst üblich Sanktionen erlassen. Weshalb denn nicht ? Genau, weil es diese Beweise wohl nicht gibt. Zudem hat Wikileaks mehrmals beteuert, dass die Quelle nicht Russland ist. Wem soll ich nun glauben, eher Wikileaks oder der CIA ?