Präsidentschaftsvorwahl in Frankreich Fillon soll Élyséepalast zurückerobern

PARIS - Bei der Stichwahl der bürgerlichen Rechten in Frankreich hat der Ex-Premierminister François Fillon rund 70 Prozent der Stimmen abgeräumt und setzte sich damit klar gegen Alain Juppé durch.

Wahlen in Frankreich: François Fillon soll Élyséepalast zurückerobern play

Ex-Premierminister François Fillon gewinnt die Stichwahl der französischen Konservativen für die Präsidentschaftskandidatur.

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Die französischen Konservativen schicken Ex-Premier François Fillon ins Rennen für einen Machtwechsel im Élyséepalast. Fillon setzte sich bei der Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen am Sonntag klar gegen seinen Konkurrenten Alain Juppé durch.

Eindeutiger Sieg

Nach Auszählung von vier Fünfteln der Wahllokale lag Fillon mit mehr als 67 Prozent der Stimmen klar vorn. Juppé räumte seine Niederlage ein und gratulierte dem 62-jährigen Abgeordneten zu dessen «klaren Sieg». Zugleich sprach der Bürgermeister von Bordeaux seinem Rivalen seine Unterstützung für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr aus.

Fillon rief seine Partei in einer Siegesrede in Paris zum Zusammenhalt auf: «Ich werde alle brauchen», sagte er mit Blick auf die Wahl im Frühjahr 2017. Er nannte neben Juppé auch Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, der in der ersten Runde der Vorwahl ausgeschieden war.

Duell zwischen Le Pen und Fillon wird erwartet

Die Vorwahl des bürgerlichen Lagers galt als wichtige Weichenstellung für die Präsidentschaftswahl: Umfragen lassen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen erwarten. Der politisch angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande hat noch nicht erklärt, ob er wieder antritt.

Fillon gilt als Wirtschaftsliberaler und will dem Land einen Sparkurs verordnen. Er will eine halbe Million Jobs im öffentlichen Dienst streichen und seine Landsleute länger arbeiten lassen. Frankreich sei im Zustand einer Fast-Pleite, warnte er im Vorwahlkampf.

Le Pen schaltete bereits am Sonntagabend auf Attacke: Sie kritisierte Fillons Vorschläge im Sender Europe 1 als «schlimmstes Programm sozialen Kahlschlags, das jemals existiert hat».

Überraschende Wende in der Vorwahl

Der frühere Regierungschef des damaligen Präsidenten Sarkozy (2007 bis 2012) galt im Rennen der bürgerlichen Rechten lange als Aussenseiter. Er setzte sich dann aber bereits in der ersten Runde der Vorwahl mit gut 44 Prozent der Stimmen deutlich durch. Fillon gilt als russlandfreundlich und tritt dafür ein, die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Moskau zu beenden.

Die Vorwahl - eine Premiere für Frankreichs Konservative - war von Überraschungen geprägt. Viele hatten mit einer Stichwahl zwischen dem konservativen Veteranen Juppé und Sarkozy gerechnet.

Über 4 Millionen Stimmen

Doch Fillons überraschender Aufstieg bedeutete das Aus für Sarkozy im ersten Wahlgang vor einer Woche. Nun rief dieser zur Einheit auf: «Jetzt ist für unsere politische Familie die Zeit gekommen, sich um François Fillon zu versammeln, um den Machtwechsel zu garantieren, den Frankreich 2017 mehr denn je braucht», teilte der Ex-Präsident mit.

An der Stichwahl nahmen nach Angaben der Organisatoren mehr Menschen teil als an der ersten Runde. Damals hatten knapp 4,3 Millionen Anhänger der bürgerlichen Rechten ihre Stimmen abgegeben.

Der mit schlechten Umfragewerten kämpfende Präsident Hollande will im Dezember erklären, ob er sich um eine zweite Amtszeit bewirbt. Er ist auch im eigenen Lager in Bedrängnis, auch Premierminister Manuel Valls gilt als potenzieller Kandidat der Sozialisten. (SDA/kra)

Publiziert am 27.11.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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2 Kommentare
  • Boris  Kerzenmacher 28.11.2016
    Wenn er M. Le Pen nicht verhindern kann, dann wird der Euro vermutlich untergehen. Wenn F. Fillon aber Erfolg hat, ist die Zeit der "linken Bewegungen" in Europa endgültig vorbei. Egal wie es kommt, die EU wird sich verändern. Und das muss sie auch. Denn wenn die EU weiter an der Lebensrealität der Menschen vorbei konstruiert wird, geht sie unter.
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    28.11.2016
    Fillon ist auch so ein Selbstläufer und EGO-Fütterer. Was der alles will kann gar nicht umgesetzt werden in den nächsten 200 Jahren. Es geht ihm nur um sich - nicht um France und erst recht nicht um die Menschen. Pfoten weg von diesem selbstherrlichen Wesen Fillon.
    ewz