Porsche-Chef: 75 Millionen fürs Nichtstun?

  • Publiziert: 23.07.2009, Aktualisiert: 09.01.2012

STUTTGART (D) – Die Schlacht der Giganten ist entschieden: VW übernimmt Porsche. Und der mächtige Porsche-Boss Wiedeking muss gehen. Doch sein Abgang wird vergoldet.

Die Entscheidung um die Zukunft des Kult-Sportwagenherstellers ist gefallen. 911, Cayenne, Boxter, Cayman und Co laufen zu VW über – Porsche wird zur zehnten Konzernmarke von Volkswagen. Das wurde heute Nacht in einer Mammut-Sitzung entschieden.

Der Wolfsburger Autohersteller kauft 49,9 Prozent der Porsche-Anteile. Dafür muss Wendolin Wiedeking gehen. Der Porsche-Chef nimmt auch seinen Finanzvorstand Holger Härter mit aus dem Boot. Begründung: Wiedeking und Härter wollten mit diesem Schritt «einen wichtigen Beitrag zur Befriedigung der Situation leisten.» In die Fusstapfen von Wiedeking tritt der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht.

So soll Porsche gerettet werden

Die Millionenschulden der Porsche AG sollen durch eine Kapitalerhöhung von mindestens 7,5 Milliarden Franken sowie einem Einstieg des Golfemirats Katar abgebaut werden, teilte Porsche mit. Eine schnelle Lösung ist dringend nötig. Denn ein Milliarden-Schuldenberg wegen der missglückten Übernahme von VW liegt schwer auf den Schultern des Sportwagenherstellers.

Wieviel kriegt Wiedeking?

Für wie viel Wiedeking Porsche verlässt, ist noch nicht ganz klar. Von 75 Millionen Franken ist die Rede. Zuvor stand eine Rekordabfindung von 380 Millionen Franken im Raum. Porsche wolle eine schnelle Trennung von Wiedeking und sei deshalb bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen, schreiben die «Stuttgarter Nachrichten».

380 Millionen Franken! Das wäre die eindeutig höchste Abschiedszahlung, die es in Deutschland je gegeben hat. Dieser Mammut-Betrag fürs Nichtstun soll sich aus Wiedekings derzeitigem Gehalt, der Vertragslaufzeit bis 2012 und einer allgemeinen Abfindung zusammensetzen. Finanzvorstand Härter erhält knapp 19 Millionen Franken. (SDA/s5j)

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