Mit Ikea-Messer herumgefuchtelt Polizisten erschiessen Mann auf dem Times Square

NEW YORK - Darrius H. Kennedy (†51) fuchtelt mit einem Messer auf dem Times Square herum, gibt auch nach einer Salve Pfefferspray nicht auf – es ist sein Todesurteil.

  • Publiziert: 13.08.2012
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Erschreckte Passanten verfolgen die bizarre Szene auf dem Times Square: Mitten auf der Strasse steht ein verwirrter Mann, fuchtelt mit dem Messer herum, schreit Drohungen, um ihn herum stehen Polizisten mit gezückten Pistolen. Viele filmen das Geschehen mit ihren Handys – als plötzlich alles ganz schnell geht.

Darrius H. Kennedy schreit gemäss der «New York Post»: «Erschiesst mich! Erschiesst mich!» Die Polizisten drängen den Mann zwischen die Autos, Kennedy stürzt sich nach Angaben der Polizei auf die Beamten – diese drücken ab. 12 Schüsse fallen. Sieben Kugeln treffen Kennedy, drei davon in den Bauch. Passanten schreien, gehen in Deckung. Kennedy überlebt den Kugelhagel nicht.

Zuvor war er den Polizisten aufgefallen, weil er einen Joint rauchte und Touristen mit dem Messer erschreckte. Die Beamten forderten ihn mehrmals auf, seine Waffe – ein 30 Zentimeter langes Ikea-Messer – niederzulegen. Auch der sechsmalige Einsatz von Pfefferspray half nach Angaben der Ermittler nichts. Taser hätten die Polizei nicht dabeigehabt.

Kritik an Vorgehen

Nach dem blutigen Einsatz wird Kritik am kompromisslosen Vorgehen der Polizei laut. Diese verteidigt aber gemäss «New York Times» ihr Vorgehen. Die Beamten würden darauf trainiert, im Falle einer unmittelbaren Bedrohung Schüsse auf den Körper abzugeben und nicht auf die Gliedmassen zu zielen.

Auch die Anzahl der Schüsse sei nicht unverhältnismässig, sagt Kommissar Raymond W. Kelly. Das sieht die Tante des Getöteten anders. Mary Johnson sagt gemäss «New York News»: «Nicht mal um ein Pferd zu erschiessen braucht man 12 Schüsse, also braucht es auch nicht so viele für einen Mann.»

Dass Darrius H. Kennedy in der Vergangenheit mehrmals durch psychische Probleme auffiel, war den Polizisten nicht bekannt. Eine Akte hat er aber schon: Im Oktober 2008 kickte er Mülltonnen um, musste danach für ein psychiatrisches Gutachten in ein Spital eingewiesen werden. Einen Monat später bedrohte er Beamte mit einem Schraubenzieher – und kriegte 40 Tage Knast. (num)

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