Polizei-Proteste auf Pariser Strassen Nein, hier demonstriert nicht der Schwarze Block

Die Bilder machen Angst: Hunderte Vermummte, die durch die Pariser Innenstadt ziehen. Doch es sind keine Anarchisten. Es handelt sich um Polizisten, die vom Staat mehr Sicherheit fordern.

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In Paris und anderen französischen Städten sind in der Nacht zu Donnerstag erneut hunderte Polizisten gegen Gewalt auf die Strasse gegangen. Sie werfen der Regierung vor, sie nicht ausreichend gegen Angriffe zu schützen.

Auf Bildern ist zu sehen, wie viele Polizisten vermummt an der Demonstration teilnehmen – ganz in der Manier des Schwarzen Blocks. Seit der Einführung des Verschleierungsverbots ist es in Frankreich eigentlich verboten, sein Gesicht in der Öffentlichkeit zu vermummen.

Auf den Pariser Champs-Elysées beteiligten sich rund 300 Polizisten an einem Protestmarsch. In Marseille versammelten sich rund 100 Sicherheitskräfte im alten Hafen. Auch in Toulouse und Nancy gab es Kundgebungen.

Molotow-Attacken gegen Polizisten

Auslöser ist eine Attacke im Pariser Vorort Viry-Châtillon am 8. Oktober, bei der Vermummte Polizeiautos mit Molotow-Cocktails angegriffen hatten. Zwei Polizisten wurden schwer verletzt, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die Sicherheitskräfte klagen wegen der vielen Einsätze nach der islamistischen Anschlagsserie in Frankreich schon seit längerem über Überlastung.

In einem Vorort von Lyon wurden Polizisten am Mittwochabend bei einem Einsatz gegen Drogenhändler von rund 40 Jugendlichen mit Steinen und Molotow-Cocktails beworfen. Verletzte gab es nicht. Im ostfranzösischen Metz demonstrierten Gefängniswärter, nachdem ein Kollege von einem Insassen mit einem Messer angegriffen worden war.

Le Pen solidarisiert sich

Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, sagte den Polizisten ihre Unterstützung zu. Sie sagte an die Polizisten gerichtet in einer Videobotschaft auf Twitter: «Ihre Unzufriedenheit ist nicht nur legitim, sie ist gesund.» In der aktuellen Situation sei die Freiheit und das Leben jedes einzelnen Staatsbürgers bedroht.

Der konservative Präsidentschaftsanwärter und frühere Staatschef Nicolas Sarkozy sprach von einem völlig inakzeptablen «Klima der Anarchie» in Frankreich. Die sozialistische Regierung setze die Autorität des Rechtsstaates nicht durch, kritisierte er bei einem Wahlkampfauftritt auf Korsika.

In Frankreich wird im April und Mai ein neuer Präsident gewählt. Nach Umfragen gilt es als sicher, dass Le Pen in die Stichwahl kommt. (SDA)

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 18.11.2016
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