Berlusconi Plant er ein Treffen mit dem Dom-Werfer?

  • Publiziert: 15.12.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

MAILAND – Berlusconi ist nicht nachtragend: Er soll Angreifer Tartaglia bereits vergeben haben. Jetzt gönnt sich der italienische Staatschef erst einmal zwei Wochen Pause.

Bruch der Nasenscheidewand, eine aufgeplatzte Lippe und zwei kaputte Zähne nach der Attacke durch Massimo Tartaglia (42) und seinem Dom-Souvenir. Deswegen muss Silvio Berlusconi nach dem Rat seiner Ärzte dem politischen Parkett mindestens zwei Wochen fern bleiben.

Der 73-Jährige dürfe das Spital zwar morgen verlassen, müsse in den nächsten 14 Tagen jedoch «wichtige öffentliche Aktivitäten» ruhen lassen, teilte Berlusconis Arzt Alberto Zangrillo in Mailand mit.

Der italienische Ministerpräsident müsse zudem sein Arbeitsprogramm drastisch reduzieren. Nach der Attacke hatte Berlusconi bereits seine Reise zum Weltklimagipfel in Kopenhagen abgesagt.

Priester: Er hat ihm verziehen

Laut der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» soll Berlusconi seinem Angreifer bereits vergeben haben. Das versicherte der italienische Priester Luigi Verze, ein enger Freund Berlusconis: «Er hat dem Täter schon verziehen, ich würde mich nicht wundern, wenn er schon ein Treffen mit ihm plant.»

Tartaglia hatte Berlusconi gestern Abend einen Entschuldigungs-Brief zukommen lassen und sein «tief empfundenes» Bedauern über «die feige und unbedachte Tat» zum Ausdruck gebracht (Blick.ch berichtete).

Tartaglia hatte dem Regierungschef am Sonntag bei einer Wahlveranstaltung in Mailand eine Souvenir-Nachbildung des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Er könnte dafür für einige Monate ins Gefängnis kommen. (SDA/gux)

Mahnende Worte des Präsidenten

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano plädierte heute erneut für moderatere Töne in der Politik. «Die Opposition soll keine Spannungen schüren. Auf der anderen Seite sollte die Regierungskoalition nicht von Komplotten sprechen und die politische Auseinandersetzung akzeptieren», erklärte Napolitano. «Man muss Exzesse in der politischen Polemik bekämpfen, die Worte mässigen und zu einem zivilisierten Dialog zurückfinden», mahnte der Präsident.

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