Provokative Raketentests Pjöngjang feuert aus allen Rohren

  • Publiziert: 04.07.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

SEOUL – In einer offenbar gezielten Provokation zum «Independence Day» der USA hat Nordkorea heute erneut Kurzstreckenraketen getestet. Nach südkoreanischen Angaben wurden sieben Geschosse ins Japanische Meer abgefeuert.

Japan und Südkorea verurteilten den Test umgehend als Provokation. Die USA selber kritisierten das Vorgehen der kommunistischen Führung in Pjöngjang als «nicht hilfreich».

Nordkorea sollte die Spannungen nicht weiter verschärfen, sondern sich auf die Verhandlungen über atomare Abrüstung und die Durchsetzung eigener Zusagen konzentrieren, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Washington.

Das neuerliche Säbelrasseln war Nordkoreas grösster Test ballistischer Raketen seit 2006. Damals feuerte das Land sieben Raketen ebenfalls um den amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli ab. Darunter war auch eine Langstreckenrakete die US-Gebiet erreichen kann.

Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap handelte es sich bei den heute abgefeuerten Geschossen vermutlich um Scud- oder um Rodong-1-Raketen, welche grosse Teile Südkoreas und theoretisch sogar Japan erreichen könnten.

Ein Test nach dem anderen

Die Raketentests bedeuten eine weitere Provokation im Streit um die nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketenprogramme. Anfang April hatte Nordkorea erstmals seit Jahren eine Langstreckenrakete gezündet – nach eigenen Angaben, um einen Kommunikationssatelliten ins All zu befördern. Im Mai folgte ein Atomwaffentest.

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Tests und verschärfte die Sanktionen gegen den kommunistischen Staat. Pjöngjang drohte daraufhin mit einer weiteren Aufrüstung. Am vergangenen Donnerstag feuerte Nordkorea zuletzt vier Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste aus ins Japanische Meer.

Mit den jüngsten Tests verletze Nordkorea «klar die Resolutionen 1695, 1718 und 1874 des UNO-Sicherheitsrats, die Nordkorea jede Aktivität im Zusammenhang mit ballistischen Raketen verbieten», hiess es in einer Erklärung des südkoreanischen Aussenministeriums.

Südkorea fühlt sich gerüstet

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul wurden die Raketen am Samstag von einer Startanlage in der Nähe der Stadt Wonsan an der Ostküste abgeschossen. Teile der Gewässer vor der Ostküste hat Nordkorea auch wegen einer Militärübung bis zum 10. Juli für die Schifffahrt gesperrt.

Es wird deshalb nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea weitere Raketen testet. In einer Erklärung des Ministeriums hiess es: «Das Militär ist auf der Grundlage einer starken Sicherheitsallianz mit den USA vollständig darauf vorbereitet, Bedrohungen oder Provokationen jeder Art durch Nordkorea abzuwehren.» (sda)

play Unter anderem solche Scud-Raketen wurden von Nordkorea getestet – pünktlich zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. (Reuters)

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