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Beim Start auf dem La-Guardia-Flughafen in New York ist alles normal. Aber kaum hat die Maschine abgehoben, gibt es einen lauten Knall, berichtet Passagier Alberto Panero später auf CNN.
«Ich konnte Rauch und Feuer riechen. Der Pilot drehte die Maschine und informierte uns, dass es Schwierigkeiten gebe. Er werde eine Notlandung machen.»
Sein Problem: Er ist mitten über New York. Auf den Flughafen zurück kommt er nicht. Der Hudson River ist die einzige vernünftige Lösung.
Unten reiben sich die Menschen die Augen. «Ich dachte noch: Warum fliegt der so niedrig?», sagt Barbara Sambriski von der Nachrichtenagentur AP. «Und schon traf die Maschine auf dem Wasser auf.»
Heldenhafter Pilot
Der Pilot ist ein Könner. Er kann seinen Airbus A320 so wassern, dass sein Flugzeug nicht auseinanderbricht oder sinkt. «Eine Notwasserung ist normalerweise noch zerstörerischer als eine Notlandung an Land», sagte ein Experte.
Das Flugzeug sei wohl mit einer Geschwindigkeit von 140 Knoten (knapp 260 Stundenkilometern) auf dem Wasser aufgeprallt. «Normalerweise würden die Tragflächen und Triebwerke durch den Aufprall abbrechen, Wasser würde in die Maschine schiessen und den Rumpf auseinanderreissen.»
Dramatische Szenen nach Landung
Unmittelbar nach der Notlandung spielten sich in dem Fluss vor der Wolkenkratzerkulisse Manhattans dramatische Szenen ab. Der Airbus versank bis zu den Fenstern im eisigen Wasser.
Mehrere Menschen kletterten in Panik auf eine Tragfläche, andere rutschten ins Wasser und mussten später wegen Unterkühlung im Spital behandelt werden. Das Unglück spielte sich an einem der bisher kältesten Tage dieses Winters mit starkem Frost und bei einer Wassertemperatur knapp über Null Grad ab.
Passagier Panero: «Das war eine Nahtod-Erfahrung. Wir sind alle überglücklich, dass wir noch leben.» Lediglich ein paar Passagiere erleiden leichte Verletzungen. Aber alle können über die Notausgänge auf die Flügel aussteigen und sich in die Notrutschen retten, die auch als Rettungsboote dienen.
Dann sind auch bereits die ersten Retter mit Schiffen da. Sie können alle 150 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder bergen.
«CNN» meldete, der Pilot habe zwei Minuten nach dem Start gemeldet, er glaube, Vögel seien in die Triebwerke geflogen.
«Wunder auf dem Hudson»
«Wir hatten ein Wunder auf dem Hudson River», sagte New Yorks Gouverneur David Paterson. Der Pilot sei ein Held. Er habe es irgendwie geschafft, ohne Triebwerke zu landen. Nicht einmal schwere Verletzungen habe es gegeben.
Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg lobte den Piloten für seine aussergewöhnliche Leistung. Nach der Landung sei dieser sogar noch zweimal durch das Flugzeug gelaufen, um sicherzustellen, dass alle die Maschine verlassen hätten.
Das Flugzeug war auf dem Weg nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina.