Duterte bricht offen mit den USA «Wir werden dort nur beleidigt»

PEKING (CHINA) - Der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte (70), hat in China offiziell den Bruch seines Landes mit dem langjährigen Partner USA verkündet.

Philippinen: Präsident Duterte bricht offiziell Beziehungen mit USA play
Der Chinesische Vize-Premierminister Zhang Gaoli (rechts) und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte bei einem Treffen. WU HONG/AP

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Trump erträgt die Wahrheit nicht «Noch nie wohnten so viele Menschen...
2 Trump macht ernst USA ziehen sich aus Handelsabkommen TPP zurück
3 Neue Hoffnung in Lawinen-Hotel Drei Hundewelpen lebend geborgen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Bei einem viertägigen Staatsbesuch in China hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte seine Abkehr vom langjährigen Verbündeten USA verkündet. Zugleich demonstrierte er seine aussenpolitische Neuausrichtung auf Peking.

«Ich verkünde meine Trennung von den USA», sagte Duterte am Donnerstag bei einem Wirtschaftsforum in Peking. Am Mittwoch hatte er bereits die zuletzt schon angedeutete aussenpolitische Wende forciert und erklärt, die Philippinen würden sich von den USA ab- und China zuwenden.

«Wir werden in den USA beleidigt»

«Ich werde nicht mehr nach Amerika reisen. Wir werden dort nur beleidigt», sagte der 70-Jährige. Deshalb sei es Zeit für einen Abschied. Die Beziehungen zur früheren Kolonialmacht USA sind seit dem Amtsantritt Dutertes deutlich abgekühlt. Die USA kritisierten vor allem Dutertes harten Kampf gegen Drogenkriminelle in seinem Land.

US-Präsident Barack Obama sagte zudem das erste geplante Treffen mit Duterte ab, nachdem dieser ihn als «Hurensohn» beschimpft hatte. Die Regierung in Manila äusserte daraufhin ihr Bedauern.

Duterte erklärte, er habe auf Berichte über bevorstehende Belehrungen Obamas über aussergerichtliche Hinrichtungen in dem südostasiatischen Inselstaat reagiert. Allerdings bezeichnete Duterte bei seinem Besuch in Peking Obama erneut als «Hurensohn».

Mit militärischen Ehren empfangen

Zuvor war er vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der Grossen Halle des Volkes und mit militärischen Ehren empfangen worden. Xi bezeichnete die beiden Länder als «Nachbarn», die «keinen Grund für Feindseligkeit oder Konfrontation» hätten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

Die beiden Präsidenten hätten «ausführliche» und «freundschaftliche» Gespräche geführt, sagte eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums. Mit Blick auf den Konflikt um das Südchinesische Meer sagte Xi demnach, Meinungsverschiedenheiten müssten «durch Dialog und bilaterale Gespräche» gelöst werden. Er sei bereit, «schwierige Themen vorübergehend zurückzustellen».

Duterte sagte dazu im chinesischen Fernsehen, er wolle das Thema «ein anderes Mal» ansprechen. Er bezeichnete das Treffen mit Xi als «historisch» und betonte, diesmal den Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit legen.

Im Konflikt um das Südchinesische Meer stehen sich China und die Philippinen, Malaysia, Vietnam und Brunei gegenüber. Peking beansprucht den grössten Teil eines mehr als drei Millionen Quadratkilometer grossen Gebiets im Südchinesischen Meer für sich. Um diese Ansprüche zu untermauern, schüttete Peking dort mehrere künstliche Inseln auf.

Das Schiedsgericht in Den Haag hatte Mitte Juli die Ansprüche Chinas in dem Gebiet als rechtlich unbegründet zurückgewiesen und damit einer Klage von Dutertes Amtsvorgänger Benigno Aquino Recht gegeben. Unter Duterte setzten die Philippinen jedoch stattdessen die gemeinsamen Patrouillen mit den USA im Südchinesischen Meer vorläufig aus. Zudem drohte Duterte damit, gemeinsame Militärübungen mit den USA zu beenden.

Duterte reiste mit einer Delegation von 400 Geschäftsleuten nach Peking. Gemeinsam mit Xi nahm er an der Unterzeichnung von 13 bilateralen Verträgen über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Landwirtschaft teil, wie das chinesische Aussenministerium weiter mitteilte. (bau/SDA)

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

5 Kommentare
  • Walter  Vetter , via Facebook 20.10.2016
    Aber die Drogenpolitik von Duterte gefällt mir. Ist die einzige die funktioniert. Alles andere ist Symptombekämpfung.
  • W.  Friedli aus KTM
    20.10.2016
    Die Philippinen verbuenden sich mit den Chinesen.
    Indien P. Minister Modi plant gross Asien mit China, Japan usw.
    Made in India ist sein grosses Ziel. VW, Skoda Fiat, usw. alle produzieren in India und es werden immer mehr.
    Deutschland, USA, China usw. unterstuezt P. Minister Modis Plan mit viel Geld alle wollen dabei sein und Profit daraus schlagen.
    Merken aber nicht das Indien gross Asien die neue Gefahr fuer die Welt ist. Die neue Weltmacht heisst Indien ist nur eine Frage der Zeit.
  • Beat  Küng aus Bellinzona
    20.10.2016
    Solange Obama nach wie vor keinen gültigen Geburtsschein vorlegen kann, ist für diesen farbigen Schauschläger jede Bezeichnung richtig. Duterte sagt offen, was die westliche Welt nur hinter vorgehaltener Hand sich zu getrauen wagt. Die Amis sind als Weltmacht abgelöst und können ihre Position nur mit Waffengewalt aufrecht erhalten.
  • Ruedi  Hess aus Willisau
    20.10.2016
    Richtig so, ich gratuliere Duterte für seinen Mut. Schweizer Politiker sollten sich ein Beispiel nehmen, wie man verhandelt. Aber nein, wir lecken den Amerikanern lieber aus der Hand, zahlen schön unsere Millionen und Milliardenbussen, geben unseren Luftraum für US-militärische Überflüge frei, übernehmen vorbehaltslos TTIP und CETA, führen deren krankmachendes Gen-Tech-Saatgut ein und tränken unsere Felder mit Monsantos Glyphosat. Washington wird vermutlich mit einem HAARP Angriff antworten.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      20.10.2016
      Fragt sich dann noch, welchen Preis die Philippinen zahlen. Wieviel Geld bekommen sie von den Chinesen und was müssen sie dafür hergeben? Was die rabiaten Menschenrechtsverletzungen von Staates wegen ohne ordentlichen Prozess hinmeucheln betrifft, so werden die beiden Staatschefs sich gegenseitig gebührlich bewundern.